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13.01.2015

Zum Jahreswechsel sind neue Vorschriften zum effizienteren Energieeinsatz in Kraft getreten. Sie sind für private Verbraucher ebenso wichtig wie für Hersteller, Handel und Handwerk.

Energiesparlampe.

Kampf den Stromfressern: Ab 2015 gelten EU-weit neue Vorgaben für den effizienten Energieverbrauch vieler Geräte. In Brüssel erhofft man sich davon erhebliche Einspareffekte. (Foto: picture alliance / dpa)

Im „Europäischen Klima- und Energiepaket“ hat sich die Europäische Union 2007, zur Zeit der letzten deutschen EU-Ratspräsidentschaft, verbindliche Klimaziele gesetzt: die „20-20-20-Ziele“. Die Verbesserung der Energieeffizienz im gesamten EU-Raum ist eines der drei zentralen Anliegen der 20-20-20-Vereinbarungen. Ziel ist es, bis 2020 mindestens 20 Prozent der insgesamt verbrauchten Energiemenge einzusparen.

Im Rahmen der Energieeinsparverordnungen setzt die Bundesregierung die EU-Vorgaben in nationales Recht um.

Grafik Energiebarometer.

Für Unternehmen gelten ab 2015 folgende neue Regeln:

Effizienzlabel auch im Onlineverkauf

Alle Händler, die stromverbrauchende Geräte online vertreiben, sind ab 1.Januar 2015 gesetzlich verpflichtet, die EU-weit geltenden Energieeffizienz-Label (siehe Bild links) auch online gut sichtbar abzubilden. Die Label zeigen dem Kunden in leicht verständlicher grafischer Darstellung an, wie verbrauchsgünstig das jeweilige Gerät im Vergleich zu anderen seiner Klasse einzustufen ist. Denn eins hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt: fast 90 Prozent der Verbraucher nutzen das Energie-Etikett für ihre Kaufentscheidung.

Etiketten-Pflicht für Gasherde

Neu ist die Ausdehnung der Label-Pflicht (online wie offline) auch auf Haushaltsgeräte, die nicht mit Strom betrieben werden: Mussten bislang etwa nur Elektroherde ein Effizienzlabel tragen, so gilt das künftig auch für Gasherde. Backherde der Effizienzklassen C und schlechter dürfen ab Ende Februar 2015 überhaupt nicht mehr verkauft werden. Neu hinzu kommt die Label-Pflicht für Dunstabzugshauben. Für alle Geräte gilt: Verpflichtend ist die Label-Ausweisung nur für Neugeräte, nicht für Altbestände.

Standby-Vorgaben für Netzwerk-Geräte

Neugeräte wie Modems, Monitore, Drucker u.a., die im Büro oder zuhause im Netzwerk-Einsatz sind und damit ständig oder meistens laufen, müssen künftig einen Standby-Modus mit niedrigem Energieverbrauch aufweisen. Ältere Geräte dieser Art haben bislang eingeschaltet rund 100 Watt pro Stunde, im Standby-Modus immer noch 25 Watt pro Stunde verbraucht. EU-weit lag damit der Verbrauch „ohne echten Einsatz“ bei 90 Terawattstunden pro Jahr - was ungefähr dem jährlichen Stromverbrauch von 24 Millionen privaten Haushalten entspricht.

Ab sofort darf der Stromverbrauch  – je nach Netzverfügbarkeit des Geräts – nicht mehr als 12 Watt pro Stunde (im Einsatz) bzw. 6 Watt pro Stunde (im Standby) betragen. Ab Januar 2017 muss er weiter gesenkt werden – auf 8 bzw. 3 Watt pro Stunde. Die EU-Experten rechnen mit einem Einspareffekt von 36 Terawattstunden pro Jahr).

Abschalt-Automatik für Kaffeemaschinen

Kaffeemaschinen und ihre Warmhalte-Funktion sind in zahllosen Büros ein wenig beachteter, aber durchaus relevanter „Stromfresser“. Alle Neugeräte, die ab 2015 verkauft werden, müssen über eine Abschalt-Automatik verfügen: Für Maschinen mit Glaskannen gilt künftig eine maximale Warmhaltedauer von 40 Minuten, für Geräte mit Thermoskannen von 5 Minuten.

Alle Effizienz-Maßnahmen hat die EU im Vorfeld nicht nur mit den Mitgliedsstaaten, sondern auch mit den Verbänden der Hersteller und Einzelhändler sowie mit Verbraucher- und Umweltorganisationen abgesprochen. Sie werden auf allen Seiten explizit befürwortet und als Vorteil für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen betrachtet.

Das Effizienzlabel ist bereits  zum „Exportschlager“ geworden: Mehr als die Hälfte der 60 Nicht-EU-Staaten, die weltweit die Effizienz-Ausweisung für Haus- und Bürogeräte einfordern, haben ihre Anforderungen an die EU-Labels angepasst – auch große Volkswirtschaften wie China, Brasilien, Russland, Korea oder Südafrika.