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Kieler Konjunkturgespräche
18.09.2014

Experten aus aller Welt gaben auf den Kieler Konjunkturgesprächen ihre Einschätzungen ab zur Lage Weltwirtschaft. Dabei standen nicht nur die USA und Europa im Fokus.

An der New York Stock Exchange steigen die Kurse, dabei wird die Nachhaltigkeit des BIP-Wachstums in den USA bezweifelt. (Foto: picture alliance / blickwinkel)

Die zweiten Kieler Konjunkturgespräche 2014 fanden in der österreichischen Botschaft in Berlin statt. Was insbesondere den Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, sehr freute, da er in Österreich geboren ist und sich zumindest halb als Österreicher fühlt, auch wenn er amerikanischer Staatsbürger ist.

Obwohl die Kieler Konjunkturgespräche im halbjährlichen Rhythmus stattfinden und man annehmen könnte, dass in der Zwischenzeit gar nicht so viel Neues zu berichten oder zu analysieren ist, erfolgen aus den Vorträgen und Diskussionen immer wieder neue Einsichten. Unternehmer Positionen Nord war für Sie dabei und fasst die Highlights zusammen.

Der Welthandel und das Weltwirtschaftswachstum haben sich in den vergangenen Jahren nahezu entkoppelt, hat Jürgen Gern vom Prognose-Zentrum des Instituts für Weltwirtschaft beobachtet.

Dem US-Aufschwung kann man nicht trauen, war die Meinung von Adolfo Laurenti von der Investmentgesellschaft Mesirow Financial.

Fed in der Falle: Die US-Notenbank hat jahrelang Gewinne an das Schatzamt überwiesen, obwohl sie wusste, dass sie in den kommenden Jahren Verluste machen wird und dafür Reserven hätte aufbauen müssen. Sie hat sich dadurch den Exit verbaut oder zumindest erschwert. Das war eine der Thesen von Marvin Goodfriend von der Carnegie Mellon University.

Die Probleme der Peripheriestaaten der Eurozone breiten sich nunmehr in die Kernstaaten der Währungsunion aus, führte Peter Mooslechner von der Österreichischen Nationalbank aus.

Die Bankenunion braucht man, weil ansonsten grenzüberschreitende Abwicklungen von Banken im Chaos enden. Davon zeigte sich Ray Barrel von der Brunel Universität in London überzeugt.

Die EZB hätte eine rote Linie ziehen müssen, damit die anderen staatlichen Institutionen gezwungen worden wären, Verantwortung zu übernehmen. Dies war die Sicht von Joachim Scheide, dem bisherigen Leiter des Prognose-Zentrums, der mit dieser Veranstaltung auch gleichzeitig seinen Abschied vom Institut für Weltwirtschaft feierte.

Indiens Kernproblem einer überaus niedrigen Produktivität zeigt sich unter anderem daran, dass 80 bis 90 Prozent der Beschäftigten im informellen Sektor arbeiten, führte Michael von Hauff von der Universität Kaiserslautern aus.

Das Unabhängigkeitsvotum in Schottland wird in jedem Fall schwierige Verhandlungen mit der Regierung in London nach sich ziehen.

Es gibt noch Hoffnung für Frankreich und der schwache Euro hilft dabei, meinte Alain Henriot von der Banque Postale.

Die Forderung nach schuldenfinanzierten staatlichen Investitionen in die Erhaltung der Infrastruktur ist absurd, leitete der Nachfolger Joachim Scheides und neue Leiter der Konjunkturabteilung des IfW, Stefan Kooths, ab.

Jürgen Gern vom Prognosezentrum des Instituts für Weltwirtschaft warf ein Schlaglicht auf die Weltwirtschaft und besonders den Welthandel. Und er hatte keine guten Nachrichten für die Schifffahrt in der Tasche. Gemäß seiner Beobachtung wächst zwar der Welthandel weiterhin im Tandem mit der Weltwirtschaft. Während Ende der 90er Jahre jedoch ein globales Wachstum von einem Prozent zu einem Anstieg des Welthandels um drei Prozent führte, ist dieser Wert auf etwa 2,5 Prozent gesunken und in der ganz kurzfristigen Berechnung sogar nur auf einen Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unter anderem gab es in den 1980er und 1990er Jahren positive Handelseffekte durch die erheblichen Handelsliberalisierungsschritte, deren Impulse in den  2000er Jahren dann allmählich ausgelaufen sind. Darüber hinaus spielen auch zyklische Faktoren eine Rolle. So hat die Rezession in der Eurozone den globalen Handel ganz besonders beeinflusst, weil die Handelsintensität Europas überdurchschnittlich ist. Zyklisch kann man daher mit einer Erholung des Handels rechnen, strukturell jedoch wird das weltwirtschaftliche Wachstum das Handelsvolumen vermutlich nicht mehr so stark anregen, wie das früher der Fall war.

Für Adolfo Laurenti von der Investmentgesellschaft Mesirow Financial war die USA das Thema. Seine BIP-Prognosen für die Vereinigten Staaten sind unter dem Strich durchaus optimistisch (rund zwei Prozent Zuwachs in diesem und drei Prozent im nächsten Jahr), aber er möchte die Risiken stärker gewichtet sehen und stellt auch die Nachhaltigkeit dieses Wachstums in Frage. Insbesondere verweist er auf einige Strukturbrüche, etwa beim Arbeitsmarkt, wo die Langzeitarbeitslosigkeit weit über dem Vorkrisenniveau liegt und beispielsweise der Anteil der Beschäftigten im Alterssegment 45 bis 55 Jahre (dieses Segment profitiert normalerweise von Aufschwüngen besonders stark) in den vergangenen Jahren rückläufig war. Auch die deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegende Bauaktivität deutet nach Laurentis Ansicht auf ein nachhaltiges Problem hin. Darüber hinaus kritisiert er die Fed in Bezug auf ihre Nullzinspolitik, die den Kreditkreislauf nicht in Schwung bringe, gleichzeitig aber die Preise am Kapitalmarkt und letztlich in der gesamten Volkswirtschaft verzerre. Geht man davon aus, dass das Nullzinsniveau nicht mehr angemessen ist, dann muss man auch die Nachhaltigkeit der Autoverkäufe, die in der Regel kreditfinanziert sind, sowie die Aktivität am zinssensiblen Wohnungsbausektor in Frage stellen. In diesem Zusammenhang stellte Laurenti die interessante These in den Raum, dass die Fed den Leitzins zwar durchaus anheben könnte, bei einer Marke von zwei Prozent aber für eine längere Weile pausieren könnte. Es wäre eine Methode, wie man den Zinsschock für die Volkswirtschaft und die besonders exponierten Sektoren abfedern könnte.

Marvin Goodfriend von der Carnegie Mellon University erörterte kritisch, wie sich der Ausstieg der US-Notenbank aus der unkonventionellen Geldpolitik auf die Einnahmen des Staates auswirken würde. Um diesen Zusammenhang zu verdeutlichen, soll etwas ausgeholt werden: Die Fed hat in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Milliarden an Staatsanleihen oder staatlich garantierte Anleihen gekauft und dafür erhält sie Zinsen. Im Durchschnitt etwa 2,5 Prozent. Der Bankensektor, der der Zentralbank diese Anleihen verkauft hat, hat im Gegenzug Zentralbankgeld, gerne auch Liquidität genannt, erhalten und legt diese Liquidität zu einem großen Teil wieder bei der Fed an. Dafür bekommen die Banken eine Verzinsung von 25 Basispunkten. Offensichtlich scheint das Ganze für die US-Notenbank ein gutes Geschäft zu sein, denn sie kassiert einen durchschnittlichen Kupon von 2,5 Prozent, bezahlt aber nur 0,25 Prozent für die Einlagen der Geschäftsbanken. Die Gewinne aus diesem Geschäft oder „Carry Trade“, wie er von Goodfriend bezeichnet wird, beliefen sich seit 2010 auf 320 Milliarden US-Dollar und sind dem Schatzamt überwiesen worden. Klingt zu schön um wahr zu sein: Der Staat verschuldet sich bei der Zentralbank und erhält die Kuponzahlungen wieder zurück, also zum Nulltarif. Wo ist der Haken? Es gibt mehrere Haken, aber einen hat Goodfriend ganz besonders hervorgehoben: Wenn die Fed die Geldpolitik normalisieren will, dann bedeutet das höhere Zinsen. Das aber bedeutet auch, dass die Banken, die ihre Liquidität bei der Zentralbank anlegen, höhere Zahlungen erhalten, die ab einer bestimmten Höhe sogar die Kuponzahlungen überschreiten können. In diesem Zuge können keine Gewinne mehr an das Schatzamt überwiesen werden, sondern das Gegenteil ist der Fall: Das Schatzamt muss die Verluste der Zentralbank kompensieren. Dies kann dazu führen, dass die Fed den Ausstieg aus der bisherigen Geldpolitik hinauszögert oder wesentlich länger gestaltet, als geldpolitisch geboten wäre. Die Inflationsrisiken würden erheblich steigen und die Unabhängigkeit der Notenbank wäre in Frage gestellt.

Während Laurenti die Fragilität des US-Aufschwungs betonte, ging Peter Mooslechner von der Österreichischen Nationalbank für die Eurozone noch etwas weiter und stellte praktisch den Aufschwung der Währungsunion in Frage. Insbesondere betonte er das Risiko der säkularen Stagnation, wofür unter anderem die besonders niedrige Inflation in der Eurozone ein Hinweis sein könnte. Angesichts des relativ hohen Engagements österreichischer Banken in Russland lag es nahe, dass Mooslechner noch ein paar Worte zu den aktuellen geopolitischen Spannungen verliert. In einem sogenannten Worst-Case-Szenario, in dem es zu einem Stopp russischer Gaslieferungen kommt, würde nach den Berechnungen der österreichischen Zentralbank das BIP in einem Zeitraum von drei Jahren in Deutschland um satte 3,6 Prozentpunkte unterhalb des BIP-Niveaus liegen, das ohne diesen Schock zu erwarten wäre.

Die Bankenunion in der Eurozone sowie die Maßnahmen zur Reduktion von Krisenanfälligkeit waren Themen von Ray Barrel von der Brunel Universität in London. Die Bankenunion sei eine der wichtigen Säulen, um die Währungsunion zu komplettieren. Wenn man das Bankenproblem nicht löse, dann könne man sich auf eine langgezogene Stagnation wie in Japan einstellen. Außerdem würden national beaufsichtigte Banken zu einem großen Problem, wenn eine grenzüberschreitend aktive Bank in Solvenzprobleme gerät: Keiner fühlt sich dann für diese Bank wirklich verantwortlich. Eine gut designte Bankenunion löst dieses Problem. In diesem Zusammenhang stellte Barrel auf der Grundlage empirischer Studien fest, dass die Krisenanfälligkeit von Finanzmärkten umso geringer ist, je höher die Eigenkapitalquote im Bankensektor ausfällt. Interessanterweise ist dieser Studie zufolge eine niedrige Staatsverschuldung kein Garant für eine krisensichere Volkswirtschaft. Denkt man darüber nach, sind zwei Beispiele zu nennen, die diese These unterstützen: Irland und Spanien, wo die Staatsverschuldung im Jahr 2007 überaus niedrig war, was diese Länder aber nicht vor der Bankenkrise verschont hat.

Joachim Scheide, bisheriger Leiter des Prognosezentrums am Institut für Weltwirtschaft, hat die Kieler Konjunkturgespräche im vergangenen Jahr eröffnet. Das Ruder übernimmt nunmehr Stefan Kooths. In seinem Ausblick für die Eurozone kritisierte Scheide die EZB. Er drückte sich zwar diplomatisch aus, aber sinngemäß sagte er, dass die EZB eine rote Linie hätte ziehen müssen, um die Instrumentalisierung durch die Politik zu verhindern. Sein Ausblick für die Währungsunion ist verhalten. In diesem Jahr erwartet Scheide einen Zuwachs von 0,4 Prozent, der sich im kommenden Jahr auf lediglich 1,3 Prozent beschleunigt. Ohne Deutschland würde das BIP lediglich um ein Prozent steigen. Scheide wurde vom Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft verabschiedet. Sinngemäß hob er hervor, dass er für den Markenkern des Instituts, den Glauben an die Neoklassik stehe, und in seiner etwas sturen, aber auch liebenswerten Art an diesem Konzept die ganzen Jahrzehnte über festgehalten habe. Viele fragten sich, wie Joachim Scheide seinen Ruhestand gestalten würde. Er antwortete mit einem Foto, das er an die Wand projizierte: Dort liest er seinem Enkel aus einem Buch etwas vor.

Erstmals wurde bei den Kieler Konjunkturgesprächen Indiens Volkswirtschaft unter die Lupe genommen. Michael von Hauff von der Universität Kaiserslautern hatte diesen spannenden Auftrag übernommen und stellte dar, was von der neuen Regierung unter Ministerpräsident Narendra Modi zu erwarten ist. In seiner Zehn-Punkte-Agenda, die unter anderem das Reformen für mehr Investitionen, mehr Effizienz in der Verwaltung, Verbesserung der Versorgung mit Wasser, Bildung, Gesundheit sowie ein rascherer Ausbau der Infrastruktur umfasst, spricht Modi nach Ansicht von Hauffs durchaus die richtigen Themen an. Allein, die Probleme des Landes seien derart überwältigend, dass man skeptisch bleiben müsse. Beispielsweise gehörten 30 Prozent der Bevölkerung der unteren Kaste an und diese Menschen hätten so gut wie keine Chance eine höhere Bildung zu erhalten. In vielen Regionen gäbe es noch nicht einmal Schulen, auch wenn die Regierung beteure, dass jedes Kind  die Möglichkeit habe, in die Schule zu gehen. Die Infrastruktur sei so marode, dass er von einem 80 Kilometer von Dehli entfernten Dorf bis zur Hauptstadt jeden Morgen vier Stunden mit dem Auto gebraucht habe. Von den 1,2 Milliarden Menschen könne man zehn bis 15 Prozent als höher qualifiziert ansehen. 80 bis 90 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sei im informellen Sektor beschäftigt, so dass es praktisch kein soziales Netz gäbe. Die neue Regierung und insbesondere den Ministerpräsidenten nahm von Hauff jedoch in Schutz. Die Behauptung, Modi werde das Land radikalisieren und fundamentalistische Kräften Auftrieb geben, halte er für nicht realistisch. Er habe den Eindruck, dass die neue Regierung die Probleme tatsächlich lösen wolle und in einigen Bereichen auch schon wichtige Weichenstellungen vollzogen worden seien. Die Erwartung seien jedoch insgesamt zu hoch.

Der Vortrag zu Großbritannien wurde ebenfalls mit Spannung erwartet, zumal nur zwei Tage später das Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands stattfinden sollte. Das Ergebnis ist mittlerweile bekannt: Schottland tritt nicht aus dem Vereinten Königreich aus. Simon Kirby vom National Institute of Economic and Social Research (London) spielte die Bedeutung Schottlands zunächst aber etwas herunter, indem der verdeutlichte, dass die Region nur acht Prozent der Bevölkerung Großbritanniens umfasse und bloß acht bis neun Prozent des BIP Großbritanniens erwirtschafte. In jedem Fall werde es zu schwierigen Verhandlungen zwischen Schottland und der britischen Regierung kommen, da auch im Falle eines Verbleibs im Königreich den Schotten eine größere Autonomie zugesagt wurde.

Der Optimismus von Alain Henriot (Banque Postale) in Bezug auf sein Heimatland Frankreich war dieses Mal etwas gedämpfter als noch vor einem halben Jahr. Mittlerweile sei das Wirtschaftswachstum in Frankreich unter den Durchschnitt im Euroland gefallen und die Notwendigkeit von Reformen, die die Wettbewerbsfähigkeit erhöhten, sei offensichtlich. Das Problem mit den sogenannten angebotsorientierten Reformen sei, dass sie kurzfristig auch die Nachfrage beeinflussten, und zwar negativ. Ein Beispiel: Lockert man den Kündigungsschutz, könnten viele Unternehmen dies zum Anlass nehmen, Mitarbeiter, die sie schon lange los werden wollten, zu entlassen. Das würde zu einem Anstieg der Arbeitslosenrate und zu weniger Konsumnachfrage führen. Mittelfristig würden Unternehmen angesichts des lockereren Kündigungsschutzes aber weniger gehemmt sein, neue Mitarbeiter einzustellen, da sie davon ausgehen können, die Mitarbeiterzahlen in Krisenzeiten ohne größere Kosten wieder reduzieren zu können. Mittelfristig steige daher die Beschäftigung durch diese Reformmaßnahme. Als wichtigen Beitrag für die Erholung Frankreichs identifizierte Henriot die jüngste Abwertung des Euros. Außerdem sei auch der Bankensektor relativ gesund und die jüngsten Senkungen der Lohnnebenkosten könnten ebenfalls einen positiven Effekt haben. Er sei weiterhin hoffnungsvoll, dass Frankreichs Wachstum wieder anspringt. Sonderlich zuversichtlich klang Henriot allerdings nicht.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Präsentation des neuen Leiters des Prognosezentrums des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Stefan Kooths, über die konjunkturelle Lage Deutschlands. Beim vergangenen Mal hatte Kooths die These vertreten, dass in Deutschland unter anderem wegen der niedrigen Zinsen eine Überhitzung drohe. Diese These vertrete er grundsätzlich weiter, allerdings sei das Überhitzungsszenario etwas nach hinten verschoben. In der Tat scheint ein Blick auf die Statistiken Kooths Lügen zu strafen: Zum Jahreswechsel 2012/13 befand sich Deutschland gemäß jüngster Datenrevision in einer Rezession und im Gesamtjahr 2013 wuchs das BIP lediglich um 0,1 Prozent. Von Überhitzung also keine Spur. Da kam Kooths jedoch Patrick Meier, Deutschland-Experte von Kiel Economics, Herrn Kooths zu Hilfe. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts seien schlichtweg falsch. Der hohe Ifo-Stimmungsindex, die sprudelnden Steuereinnahmen und die sinkenden Arbeitslosenzahlen passten einfach nicht zu den BIP-Zahlen, sondern besser zu der Überhitzungsthese. Er rechne damit, dass die Statistikbehörde seine Zahlen bald nach oben revidiert, so wie das in früheren Jahren bereits geschehen ist. Ganz abgesehen davon begegnete Kooths Forderungen aus Politik und Wissenschaft nach schuldenfinanzierten Investitionen zum Erhalt der Infrastruktur. Es könne nicht angehen, dass der Staat Schulden aufnehmen solle, um Straßen wieder in Stand zu setzen und gleichzeitig zu behaupten, dass Infrastrukturinvestitionen eine positive Rendite hätten. Wäre das der Fall, dann müssten sich die Instandhaltungskosten aus den Steuermehreinnahmen finanzieren lassen.