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Sommerprognose
20.06.2014

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) sagt einen Wirtschaftsaufschwung für Deutschland voraus. Allerdings könnten die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank die positive Entwicklung gefährden.

Professor Dennis Snower, der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. (Foto: picture alliance / dpa)

Die deutsche Konjunktur ist mit viel Schwung ins Jahr 2014 gestartet und steht auch weiterhin im Zeichen steigender Investitionen. Spürbar zunehmen wird nach der aktuellen Prognose des IfW Kiel der Konsum privater Haushalte, deutlich zulegen werden in den kommenden Monaten auch die Investitionen der Unternehmen und der Außenhandel.

Dynamik setzt sich fort

„Für das Jahr 2014 rechnen wir mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,0 Prozent, im Jahresverlauf ist die Rate etwas höher“, schreiben die Konjunkturforscher. Im Jahr 2015 könnte sich das Tempo des Aufschwungs sogar verstärken. Den wirtschaftlichen Aufschwung beschleunigen würden Investitionen sowie die Dynamik bei den Exporten.

Aufgrund der jüngsten geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) sollte das monetäre Umfeld für die deutsche Volkswirtschaft auf Jahre hinaus extrem expansiv bleiben. Doch damit steigen auch die Gefahren für die angestrebte Stabilität, so die Experten des IfW. Eine konjunkturelle Überhitzung könnte die Folge sein.

Maßnahmen der Europäischen Zentralbank gefährden die wirtschaftliche Stabilität

Kritik üben die Konjunkturforscher am Beschluss der EZB, Europas Banken zinsgünstige langfristige Kredite zu gewähren. Diese längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte, auf Englisch auch „Targeted longer-term refinancing operations“ (LTRO) genannt, seien mit erheblichen Risiken verbunden, so die IfW-Experten. „Mit dem Targeted LTRO-Programm erhöhen sich die Anreize für Geschäftsbanken, Kredite an Unternehmen zu vergeben, die sie andernfalls als nicht kreditwürdig ansehen dürften.“ Angesichts hoher Kreditausfallraten in den Krisenländern der Eurozone könne die Lösung aber nicht darin bestehen, die mangelnde Solvenz der Kreditnehmer dadurch zu überdecken, dass die Kreditgeber zur Kreditvergabe gedrängt werden. „Zumal die bestehenden Überschuldungsprobleme auf eine zuvor zu expansive Kreditvergabe zurückzuführen sind.“

Fazit

Alles in allem steuert die deutsche Wirtschaft, so das IfW auf eine Hochkonjunktur zu, die vor allem durch die expansive Geldpolitik getrieben werde. Das könnte das Risiko von Fehlentwicklungen weiter erhöhen und dadurch das Potenzial für Rückschläge erheblich vergrößern.