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UP°-THEMENCHECK ENERGIE
13.05.2014

Für Unternehmen gibt es viele Möglichkeiten, Energie einzusparen. Was Firmen jedoch vor allem brauchen, ist eine einfache und transparente Energieberatung.

Volkswagen-Kraftwerk in Wolfsburg: Deutsche Betriebe können ihre Energieeffizienz erheblich steigern, zum Beispiel durch eine sparsamere Beleuchtung. (Foto: picture alliance / Keystone)

Ab 2014 müssen die Staaten der Europäischen Union pro Jahr 1,5 Prozent Energie einsparen. Das legt eine 2012 in Kraft getretene Richtlinie zur Energieeffizienz fest. Deutschland setzt dabei vor allem auf die Förderung von Energiedienstleistungen und auf die Steigerung der Energieeffizienz. Auch Betriebe sollen dazu beitragen. Dennoch sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) meist zurückhaltend, wenn es darum geht, Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen.

Mehr Transparenz bei der Energieberatung

Um das Zukunftspotenzial solcher Beratungen für Mittelständler besser einschätzen zu können, führte das Marktforschungsunternehmen GfK eine qualitative Grundlagenstudie zum Thema „Energieeffizienz im Mittelstand“ durch. Aus Experteninterviews mit Entscheidern kleinerer und mittlerer Firmen wurde deutlich: KMU durchschauen die im Markt angebotenen Beratungsleistungen oft nur schwer. Aus Nutzersicht mangele es an einer transparenten Beschreibung der angebotenen Leistungen, des zu erwartenden Ergebnisses und der damit verbundenen Kosten. Der heterogene Anbietermarkt aus Energieversorgern, Beratern, Dienstleistern und Anlagenherstellern lasse an der Neutralität der Leistungen und der damit verbundenen Kosten zweifeln. Die Studie empfiehlt, das Leistungsangebot stärker auf Unternehmen zuzuschneiden.

Die Experteninterviews zeigen: Viele Entscheider in einem KMU fühlen sich von Produktbeschreibungen wie „Energiemanagement“ oder „Energiecheck“ nicht angemessen angesprochen. Einen leichteren Zugang finden Mittelständler stattdessen in konkreten Anwendungsbereichen: Ein besonders relevantes Handlungsfeld ist aus dieser Sicht das Thema Beleuchtung, dicht gefolgt von der Gebäudehülle und dem Fuhrpark. Entscheidend seien für Unternehmen dabei nicht allein die Kosten einer Maßnahme, sondern das Verhältnis der Kosten zum Nutzen.

Einsparpotenziale: fünf Handelsbranchen im Vergleich

Wo KMU beim Energieverbrauch konkret einsparen können, ist Thema einer weiteren aktuellen Studie: Der Mittelstandsverbund berechnete den durchschnittlichen Energieverbrauch und das Einsparpotenzial in fünf Handelsbranchen (bitte beachten Sie die Abbildung).

Quelle: DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV e.V.

Im Branchenvergleich weist der Lebensmitteleinzelhandel mit 360,37 Kilowattstunden pro Quadratmeter den höchsten durchschnittlichen Energieverbrauch auf, gefolgt vom Elektronikeinzelhandel (277,07), Apotheken (262,73), dem Sportartikel- und Mode- (199,40) sowie dem Möbeleinzelhandel (111,56). Der Lebensmitteleinzelhandel liegt an der Spitze, weil er die meiste Energie für Kälteumwandlung, zum Beispiel für Kühl- und Gefriermöbel, einsetzt. Werden energieeffiziente Kühltechnologien eingesetzt, können Unternehmen viel Energie einsparen.

UP°-Themencheck Energie

Wie Unternehmer Chancen und Risiken im Bereich Energieeffizienz abwägen können, erfahren Sie im UP°-Themencheck Energie 2013, speziell in diesen Abschnitten:

  • Energieeffizienz im Gebäudesektor (ab Seite 58)
  • Energieeffizienz im Industriesektor (ab Seite 62)
  • Energieeffizienz im Transportsektor (ab Seite 66)

Der größte Energiefresser in den anderen Handelsbranchen ist die Beleuchtung. Dementsprechend konnten in diesem Bereich auch die größten Einsparpotenziale identifiziert werden. Welche Maßnahmen im Detail umzusetzen sind, hängt vom Einzelfall ab, da sich die Voraussetzungen und Anforderungen bei den Händlern unterscheiden und eine fachliche Beratung erfordern.

Das relative Einsparpotenzial in den von der Studie untersuchten Handelsbereichen Apotheken, Elektronik- sowie Mode- und Sportartikeleinzelhandel liegt bei jeweils etwa 30 Prozent. Im Lebensmitteleinzelhandel fällt dieser Wert mit knapp 15 Prozent geringer aus.

Dafür verantwortlich sei zum einen der energieintensive Verbrauch. Zum anderen aber hätten die Lebensmittelhändler bereits vermehrt in energieeffiziente Kühlsysteme investiert, das Potenzial werde also teilweise bereits genutzt. Die geringsten Einsparmöglichkeiten weise der Möbeleinzelhandel mit rund zwölf Prozent auf. Hier träten durch die großen Gebäudenutzflächen erhebliche Energiekosten auf, die sich nur begrenzt durch Energiesparmaßnahmen verringern ließen.