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Konjunkturstudie
05.03.2014

Wohin sich das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2014 voraussichtlich entwickeln wird, haben die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) exklusiv für Unternehmer Positionen Nord zusammengefasst. Nach einem vergleichsweise schwachen ersten Halbjahr habe die Konjunktur im Norden im Gesamtjahr 2013 neuen Schwung bekommen.

Warenimport im Hamburger Hafen: Weltweit soll die Wirtschaft wachsen – davon dürften auch die Unternehmen in Norddeutschland profitieren. (Foto: picture alliance / blickwinkel/McPHOTO)

Die Industrie erweist sich als Stützpfeiler der Konjunktur in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, so das Resümee der Studie. In Norddeutschland existiere ein gesunder Mix aus traditioneller Großindustrie wie dem Fahrzeugbau und der Metallverarbeitung in Verbindung mit wichtigen Zukunftsbranchen wie Biotechnologie und Anlagenbau. Weitere wichtige Erfolgsfaktoren der Region seien die starke mittelständische Basis, ein hoher Innovationsgrad und gute Verkehrsanbindungen. „Während Hamburg sich im Jahr 2013 mit einem Wachstum des BIP von 0,8 Prozent von den anderen Bundesländern abhebt, wird 2014 Bremen mit einer Wachstumsrate von 2,1 Prozent die norddeutschen Länder anführen“, so Prof. Dr. Michael Bräuninger, Forschungsdirektor des HWWI.

Norddeutsche Unternehmer sind gut gerüstet

Die prognostizierte positive Entwicklung der Weltwirtschaft lässt auf eine Fortsetzung des exportgestützten Aufschwungs im Norden der Bundesrepublik hoffen. Vor allem Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein könnten davon profitieren. Mecklenburg-Vorpommern, das im ersten Halbjahr 2013 einen Rückgang des BIP von 1,2 Prozent erfuhr, werde sich voraussichtlich auch erholen. „Struktur und Zukunftsorientierung der norddeutschen Wirtschaft lassen sie insgesamt als gut gerüstet für zukünftige Herausforderungen erscheinen“, so Konjunkturforscher Bräuninger. Das konjunkturelle Risiko speziell für Deutschlands Norden besteht nach Einschätzung des Experten darin, ob die Schwellenländer nach einer schwächeren Wirtschaftsphase auf einen steileren Wachstumspfad zurückkehren können. Darüber hinaus müsse abgewartet werden, in welcher Weise sich die Reformen in den Krisenländern der Eurozone auf die Investitionsbereitschaft und die Binnennachfrage in ganz Deutschland auswirken werden.

Aufwärtstrend in Norddeutschland

Die Prognose des HWWI wird von den Unternehmensumfragen bestätigt, die das Wirtschaftsinstitut exklusiv für UP° Nord ausgewertet hat. Einer Befragung der Industrie- und Handelskammern zufolge fallen die Exporterwartungen norddeutscher Unternehmen aktuell „sehr positiv“ aus, während der Inlandsabsatz auf hohem Niveau stagniert. „Für Norddeutschland ergibt sich 2013 insgesamt ein moderates BIP-Wachstum von 0,4 Prozent, was nur knapp unter der deutschlandweiten Prognose von 0,5 Prozent liegt“, so Bräuninger vom HWWI. Die Geschäftserwartungen im Norden sind für die folgenden zwölf Monate noch verhalten und liegen ebenfalls unter dem gesamtdeutschen Mittelwert.