SUCHE

UP°-Themencheck Energie

Sparpotenzial bei Energie noch nicht ausgeschöpft

04.02.2014

Ihre Energieeffizienz zu steigern ist ein zentrales Anliegen vieler deutscher Betriebe. Warum der Mittelstand bei diesem Thema Nachholbedarf hat und welche Möglichkeiten er nutzen kann, zeigen zwei aktuelle Studien.

Energieberatung auf dem Tablet-Computer.

Energieberatung auf dem Tablet-Computer: Auch kleine und mittlere Unternehmen sollten in Energieeffizienz investieren. (Foto: picture alliance / dpa)

Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie kosten erst einmal Geld. Ab wann sich diese Investitionen bezahlt machen und welche Maßnahmen jeweils sinnvoll sind, können Energieberater ermitteln. Grundsätzlich gilt: Einsparpotenziale gibt es an vielen verschiedenen Stellen, vom Gebäude bis zur Informationstechnik. In Anbetracht steigender Energiepreise lohnt es sich, diese Möglichkeiten für den eigenen Betrieb zu prüfen.

Für die deutsche Wirtschaft hat das Thema effizientere Nutzung von Energie im Jahr 2013 an Relevanz gewonnen. Das ergab eine Befragung von 251 Unternehmen des produzierenden Gewerbes im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur (dena). Die Studie wurde im Rahmen der bundesweiten Initiative EnergieEffizienz durchgeführt. Darin bezeichneten 87 Prozent der Befragten die effizientere Nutzung von Energie als ein wichtiges bis sehr wichtiges Thema. Um zehn Prozentpunkte auf 68 Prozent deutlich gestiegen ist die Zahl der Unternehmen, die in den vergangenen zwei Jahren konkrete Maßnahmen zur Steigerung ihrer Energieeffizienz ergriffen haben. Zwei von drei Unternehmen gaben zudem an, dass sie in den kommenden zwei Jahren in konkrete Maßnahmen investieren wollen. Die positive Entwicklung wird sich also voraussichtlich auch 2014 fortsetzen.

Aufholbedarf im Mittelstand

Laut dena wurden Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie 2013 vor allem von großen Unternehmen realisiert, deren Energiekosten entsprechend hoch ausfallen. Im Gegensatz dazu scheuten kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) häufig die Kosten solcher Investitionen, obwohl sich diese in der Regel innerhalb weniger Jahre amortisieren. Die Potenziale zum Einsparen von Energie sind enorm: In der Industrie beispielsweise sollen bis zu 50 Prozent Energie bei Druckluft- und Pumpenanwendungen eingespart werden können. Einsparpotenziale in ähnlicher Größenordnung gibt es bei der Beleuchtung, aber auch bei der Informations- und Kommunikationstechnik.

Einsparpotenziale im Überblick

UP°-Themencheck Energie

Wie Unternehmer Chancen und Risiken im Bereich Energieeffizienz abwägen können, erfahren Sie im UP°-Themencheck, speziell in diesen Abschnitten:

  • Energieeffizienz im Gebäudesektor, S. 58
  • Energieeffizienz im Industriesektor, S. 62
  • Energieeffizienz im Transportsektor, S. 66

Der UP°-Themencheck als PDF (2,5MB)

Den Aufholbedarf mittelständischer Unternehmen beim Thema Energieeffizienz untermauert auch eine Befragung der KfW-Bankengruppe, das KfW-Mittelstandspanel 2013. Demnach hat nur jeder dritte Mittelständler von 2011 bis 2013 Maßnahmen ergriffen, um Energie besser zu nutzen. Die Ursache: Der Anteil der Energie- an den Gesamtkosten der Unternehmen ist im Vergleich zu Großunternehmen gering. Vier von fünf KMUs haben einen Energiekostenanteil von unter zehn Prozent, drei von fünf KMUs sogar unter fünf. Dennoch sind die Energiekosten von wesentlicher Bedeutung für den Unternehmenserfolg: Sie multiplizieren sich in der Produktionskette und beeinflussen auch die Umsatzrendite entscheidend.

Das KfW-Mittelstandspanel ergab darüber hinaus: Bei der Umsetzung von Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie in KMU stehen meist leicht zu vollziehende Schritte im Vordergrund, beispielsweise ein Wechsel des Energieversorgers (37 Prozent) oder eine Schulung von Mitarbeitern (27 Prozent). Nur elf Prozent der kleinen Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten haben schon einmal eine Energieberatung in Anspruch genommen. Im gehobenen Mittelstand (mindestens 50 Beschäftigte) sind es 41 Prozent. Eine intensivere, auf die Bedürfnisse kleiner Unternehmen zugeschnittene Energieberatung könnte laut KfW zusätzliche Einsparpotenziale aufdecken und Informationsdefizite verringern.