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UP°-THEMENCHECK ENERGIE
21.01.2014

Die Zeiten deutlicher Preisanstiege bei der Umlage für Ökostrom sind offenbar vorbei. Das legen Netzbetreiber in einer jüngst veröffentlichten Prognose nahe. Ungewiss bleibt die Zukunft des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Die Umlage für Ökostrom wird 2014 von 5,28 auf 6,24 Cent steigen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren bleibt der Preis in der Prognose bis 2018 relativ stabil. (Foto: picture alliance / Andreas Franke)

Die Ökostromumlage für Unternehmen soll in den kommenden Jahren nur noch geringfügig steigen. Zu dieser Schlussfolgerung kommen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet TSO, TransnetBW und 50Hertz Transmission in einer kürzlich veröffentlichten Prognose. Danach wird die im Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) vorgeschriebene Umlage für Ökostrom im Jahr 2015 bei 5,85 bis 6,86 Cent pro Kilowattstunde liegen. Aktuell beträgt sie noch 5,28 Cent, im Laufe des Jahres soll sie auf 6,24 Cent steigen.

„Auch wenn es noch eine gewisse Schwankungsbreite gibt, eines ist klar: Die Zeiten deutlicher Anstiege der EEG-Umlage sind vorbei“, kommentiert Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie, die Prognose.

Trend bis 2018: größter Leistungsanstieg bei Solarstrom

Die Netzbetreiber sind dazu verpflichtet, eine Prognose für die kommenden fünf Jahre zu abzugeben. Nach dieser Vorhersage wird es einen hohen Leistungsanstieg im Bereich der Fotovoltaik von derzeit 35 auf mehr als 52 Gigawatt im Jahr 2018 geben. Damit könnte bei den erneuerbaren Energien bis 2018 fast die Hälfte der Gesamtleistung (111 Gigawatt) auf die Fotovoltaik entfallen. Das bedeutet auch: Die Einspeisevergütung für Solarstrom endet voraussichtlich 2018, da sie nach der EEG-Novelle auf 52 Gigawatt limitiert ist. Dieses Szenario hätte eine Senkung der Ökostromumlage zur Folge.

Auch Initiativen aus der Wirtschaft setzen Zeichen gegen die Sonderregelungen. So erklärte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks Anfang Dezember in Hamburg, die EEG-Umlage sei „ungerecht und unsolidarisch“. „Wenn es um die Kosten der Energiewende geht, sitzen Bäcker und Verbraucher im selben Boot – sie bezahlen doppelt“, erklärte der Verband. Die Bäcker wollen ihrem Ärger nun mit einer Unterschriftensammlung Ausdruck verleihen.

Für Unternehmen, die von der Ökostromumlage befreit sind, könnte das EU-Verfahren erhebliche Folgen haben: Falls die Befreiung von der Umlage unvereinbar mit EU-Recht sein sollte, könnten Unternehmen zur Nachzahlung aufgefordert werden. „So weit sind wir aber noch nicht“, beruhigt der Wirtschaftsprüfer Uwe Deuerlein die Unternehmer. „Jetzt ist eine kritische Beobachtung der Lage notwendig, keine Panik.“

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