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HWWI-Rohstoffpreisindex
14.10.2013

Im September entwickelten sich die Weltmarktpreise von Rohstoffen uneinheitlich. Der Gesamtindex veränderte sich nur leicht nach oben: um 0,3 Prozent auf US-Dollar- und um 0,1 Prozent auf Euro-Basis.

Der Maispreis ist bislang noch von den Ernteerwartungen geprägt. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Index ohne Energie gab um 0,9 Prozent (in Euro: -1,1 Prozent) im Vergleich zum Vormonat nach. Dies lag vor allem an sinkenden Metallpreisen. Der Ölpreisindex erhöhte sich im Monatsdurchschnitt um 0,6 Prozent (in Euro: +0,3 Prozent), unterlag jedoch innerhalb des  Monats starken Schwankungen. Der Index für Nahrungs- und Genussmittel blieb unverändert (in Euro: -0,3 Prozent), wobei sich die in ihm enthaltenen Ölsaaten um 2,7 Prozent (in Euro: +2,5 Prozent) verteuerten, während sich Getreide um 3,3 Prozent (in Euro: -3,6 Prozent) verbilligte. Vor allem aufgrund erhöhter Preise für Spinnstoffe, die um 3,1 Prozent (in Euro: +2,8 Prozent) anstiegen, erhöhte sich der Index für Agrarische Rohstoffe um 1 Prozent (in Euro: +0,7 Prozent).

Der Preis für Brentöl stieg im Verlauf des Monats September auf über 117 US-Dollar pro Barrel. So viel wurde für Öl der Sorte Brent zuletzt im Februar dieses Jahres bezahlt. Unsicherheiten im Nahen Osten über die Ölversorgung trieben die Ölpreise. Die Lage in Syrien spitzte sich zu als die USA nahe davor stand, Stellungen in dem Land mit Luftschlägen zu attackieren. Zwar ist Syrien kein wichtiger Öllieferant, aber der ölreiche Iran ist ein syrischer Verbündeter. Befürchtungen dieser könnte als Reaktion auf einen US-amerikanischen Luftschlag die für den Ölhandel wichtige Seestraße von Hormus sperren, was dramatische Folgen für den Ölpreis gehabt hätte, ließen die Kurse steigen. Außerdem wurde auch auf den Irak geachtet, da befürchtet wurde, dass dort Anschläge auf wichtige Ölpipelines verübt werden könnten. Erst als der syrische Machthaber Assad der Vernichtung aller Chemiewaffen in Syrien zustimmte, nahmen die Sorgen ab und der Brentölpreis ging wieder zurück auf unter 110 US-Dollar pro Barrel.

Der Index für NE-Metalle sank im Monatsvergleich um 1,9 Prozent (in Euro: -2,2 Prozent). Nachdem sich die Metallpreise im August seit Monaten erstmals leicht erholt hatten, drehte der Trend im September wieder nach unten. Am stärksten gab dabei Blei mit 4 Prozent (in Euro: -4,2 Prozent), gefolgt von Nickel mit 3,5 Prozent (in Euro: -3,8 Prozent) und Aluminium mit 3 Prozent (in Euro: -3,3 Prozent) nach. Zwischenzeitlich hatte es jedoch bei den Metallen Preisanstiege gegeben, als die US-amerikanische Notenbank, gegen die Erwartung der meisten Marktakteure, bekannt gab, ihre Anleihenkäufe nicht zu reduzieren. Damit bleibt die Fed bei ihrer sehr expansiven Geldpolitik, mit der sie viel Liquidität den Märkten zur Verfügung stellt. Das wirkt preistreibend auf Rohstoffpreise und im Speziellen auf Industriemetalle. Über den kompletten Monat September gesehen waren jedoch Fundamentaldaten ausschlaggebend und die Metallpreise sanken aufgrund einer guten Angebotssituation, die sich bei Kupfer und Aluminium in steigenden Lagerbeständen an der Londoner Metallbörse (LME) zeigte. Gegen den Trend fallender Metallpreise entwickelte sich Zinn, das sich um 4,9 Prozent (in Euro: +5,1 Prozent) verteuerte. Die indonesische Regierung hat zum Ziel, dass das Land als zentraler Zinnexporteur stärker an der Weiterverarbeitung vom Zinn profitiert und hat infolgedessen den Zinnexport stark reglementiert. So ist vorgesehen, dass Zinn an einer lokalen Börse gehandelt werden muss, bevor er exportiert wird.

Quelle: HWWI

Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich der Wollpreis um 10,9 Prozent (in Euro: +10,6 Prozent). Damit ist Wolle der Rohstoff im Index der sich im September am stärksten verteuerte. In dem gestiegenen Wollpreis spiegelt sich die Erwartung wider, dass Wolle in den nächsten Monaten stark nachgefragt wird. Bei den Modenschauen in Europa zeichnet sich ab, dass wieder zunehmend Wolle verwendet wird. Aber auch Richtung China richtet sich der Blick, wo die dort stark angesiedelten Textilbetriebe und Spinnereien mehr Wolle be-nötigen. Im Index für Nahrungs- und Genussmittel stieg der Preis für Sojabohnen um 3,4 Prozent (in Euro: +3,1 Prozent) an, da die Ernteaussichten nach unten korrigiert wurden. Ungünstige Wetterverhältnisse – es fiel zu wenig Regen in den zentralen Anbauregionen in Westafrika – führten auch zu Preisanstiegen beim Kakao. Er verteuerte sich um 5,4 Prozent (in Euro: +5,1 Prozent). Dagegen sanken die Preise für Getreide im September im Vergleich zum Vormonat: Gerste um 9,2 Prozent (in Euro -9,4 Prozent), Reis um 6,1 Prozent (in Euro: -6,4 Prozent), Mais um 4,5 Prozent (in Euro: -4,8 Prozent). In den USA hatten die Bauern nach der schlimmen Missernte im letzten Jahr und den damit verbundenen hohen Preisen ihre Anbauflächen kräftig ausgedehnt. Ein höheres Angebot drückt nun auf den Maispreis. Im Monatsdurchschnitt war Reis, Gerste und Mais in US-Dollar bewertet so billig wie zuletzt im August 2010.

Die Preise für Mais und Sojabohnen waren im September von den bisher erzielten sowie den noch zu erwartenden Ernteerträgen geprägt. Änderungen der Wetterlagen können dabei kurzfristige Korrekturen nach oben wie unten notwendig machen und damit die Preise beeinflussen. Die Fundamentaldaten zeigen derzeit mit großen Angebotsüberschüssen eine eindeutige Marktsituation des Überangebots. Vor allem in den USA wird die derzeitige Erntezeit gemeinhin als Rekordsaison eingeschätzt. Der Maispreis notierte im September auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. In den USA wird die weltweit größte Menge an Mais produziert. Nach der schlimmen Trockenheit im Mittleren Westen der USA im Sommer 2012, die die Ernten stark beschädigte und hohe Preise nach sich zog, revidierte das US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) die erwartete Maisernte für dieses Jahr im September wegen höherer Flächenerträge um 1 Prozent nach oben und rechnet nun mit 13,84 Mrd. Bushel an Ernteergebnis. Im Vorjahr wurden lediglich 10,8 Mrd. Bushel geerntet. Auch für den internationalen Sojabohnenmarkt spielen die USA, neben Brasilien und Argentinien, die zentrale Rolle. Für den globalen Sojamarkt wird für diese Saison mit einem moderaten Angebotsüberschuss gerechnet. Brasilien, der zweitgrößte Sojaproduzent, befindet sich derzeit jedoch erst in der Aussaatphase. Deswegen ist die derzeitige Lage auf dem US-Markt für den Preis ausschlaggebend. Hitze und Trockenheit im Mittleren Westen der USA im September setzte dort den Sojapflanzen zu und veranlasste die USDA ihre Ernteprognose nach unten zu korrigieren. Niedrigere Flächenerträge und stärker als erwartete Ausfallflächen veranlasste sie zu diesem Schritt. Der Markt reagierte hierauf mit moderat stei-genden Preisen um 3,4 Prozent im Monatsdurchschnitt.

Quelle: HWWI

Quelle: HWWI