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Gesundheitsmanagement
08.07.2013

Der Krankenstand in deutschen Unternehmen steigt. Zu dem Ergebnis kommt ein aktueller Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK).

Wartezimmer

Ein volles Wartezimmer freut den Arzt. Unternehmer, die öfter auf kranke Mitarbeiter verzichten müssen, brauchen ein effektives Gesundheitsmanagement. (Foto: picture-alliance / OKAPIA KG, Germany)

Der von der TK ermittelte Krankenstand lag 2012 bei 3,88 Prozent. Dies entspricht einer durchschnittlich gemeldeten erkrankungsbedingten Fehlzeit von 14,17 Tagen je Erwerbsperson. Unternehmen müssen somit durchschnittlich drei Wochen pro Jahr auf einen Beschäftigten verzichten – zusätzlich zu Feier- und Urlaubstagen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Fehlzeit um 1,4 Prozent oder 0,2 Tage. Grundlage für die Studie bilden die Daten der 3,9 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten oder arbeitslos gemeldeten Mitglieder der Krankenkasse.

Die Studie betont, dass die höheren Fehlzeiten weitgehend aus einem Anstieg der fallbezogenen Krankschreibungsdauer resultieren. Einzelne Erkrankungsfälle dauerten je Fall 1,2 Prozent länger als im Vorjahr. Die Erwerbstätigen waren 2012 demnach kaum häufiger, jedoch fallbezogen länger als im Vorjahr krankgeschrieben. Die ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle zu Beginn des Jahres 2013 lässt vermuten, dass sich dieser Trend auch in diesem Jahr fortsetzen wird.

Regionale Unterschiede bei der Arbeitsunfähigkeit

In nahezu allen Bundesländern stiegen die Fehlzeiten 2012 im Vergleich zum Vorjahr an. Ausnahme ist Hamburg: In der Hansestadt waren die Fehlzeiten leicht rückläufig. Die Spannweite der erkrankungsbedingten Fehlzeiten in den einzelnen Bundesländern ist groß: Während zum Beispiel ein Erwerbstätiger in Baden-Württemberg im Jahr 2012 durchschnittlich 11,6 Tage krankgeschrieben war, entfielen auf eine Erwerbsperson in Berlin innerhalb des Jahres 2012 durchschnittlich 16,2 gemeldete erkrankungsbedingte Fehltage.

Arbeitsunfähigkeit: Psychische Erkrankungen nehmen zu

Für den Krankenstand verantwortlich sind traditionell Krankheiten des Bewegungsapparats, Verletzungen, Atemwegserkrankungen sowie in den vergangenen Jahren verstärkt psychische Erkrankungen, so die Studie der TK. Von den beiden letztgenannten Erkrankungsgruppen sollen Frauen stärker betroffen sein. Verletzungen betreffen demgegenüber häufiger Männer.

Gesundheitsmanagement gefragt

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen treffen die Fehlzeiten besonders, da ihre vergleichsweise geringe Personaldichte nur wenig Spielraum für einen innerbetrieblichen Ausgleich der Ressourcen lässt. Mehr denn je scheinen Unternehmer heute vor der Frage zu stehen, wie sie ein innerbetriebliches Gesundheitsmanagement aufstellen können. Welche Faktoren zur Gesundheit der Beschäftigten beitragen können, darüber informieren neben Krankenkassen auch die Berufsgenossenschaften und Betriebsärzte.