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04.07.2013

Der HWWI-Rohstoffpreisindex konnte im Juni 2013 das Niveau vom Vormonat halten. Wegen des starken Euros ist er aber auf Euro-Basis um 1,6 % gesunken. Verglichen mit dem Niveau des Vorjahres notierte der Index um 6,9 % (in Euro: +1,5 %) höher.

Kaffeesäcke: Der Preisverfall beim Kaffee ging auch im Juni weiter. Im Juni erreichte er den tiefsten Stand seit September 2009.

Kaffeesäcke: Der Preisverfall beim Kaffee ging auch im Juni weiter. Im Juni erreichte er den tiefsten Stand seit September 2009. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Die verschiedenen Teilindizes veränderten sich im Juni deutlich stärker: Der Index für Industrierohstoffe sank im Vergleich zum Vormonat um 2,3 % (in Euro: -3,9 %). Nahrungs- und Genussmittel verteuerten sich im Index auf Dollar-Basis um 0,5 %, während der gleiche Indexwert auf Euro-Basis um 1,1 % sank. Die Teilindizes folgten dabei jedoch keinem einheitlichen Trend: Während die Preise für Weizen, Reis und Getreide sowie Kaffee fielen, wurden Sojaprodukte, Öle und Ölsaaten teurer.

Ölpreis schwankt im Juni stärker

Dasselbe Muster ist auch beim Index für Energierohstoffe zu erkennen. Auf Dollar-Basis stieg der Index um 0,3 %, wohingegen er auf Euro-Basis um 1,3 % fiel. Der Rohstoffpreisindex ohne Energie sank im Juni um 1,5 % (in Euro: -3,0 %). Die Rohölpreise stiegen im Vergleich zum Durchschnitt des Vormonats moderat um 0,5 % (in Euro: -1,0 %). Innerhalb des Monats gab es an den Ölmärkten hingegen starke Preisbewegungen. Anfang des Monats führten Angebotsrisiken, besonders der Konflikt in Syrien, zu steigenden Preisen. Bis Monatsmitte erhöhten sich die Preise für alle Rohölsorten um über 4 %. Brent-Öl notierte Mitte Juni mit knapp 106 US-Dollar pro Barrel so hoch wie seit Anfang April nicht mehr und WTI-Öl erreichte seinen Höchststand seit September 2012. Die Ankündigung eines möglichen Politikwechsels des Vorsitzenden der US-Notenbank überlagerte daraufhin jedoch die Angebotsrisiken. Die Rohölpreise konnten sich dem allgemeinen Abwärtstrend an den Märkten nicht entziehen und erfuhren zum Teil die größten Tagesverluste seit November letzten Jahres. Zeitweise notierte Brentöl unter 100 US-Dollar pro Barrel. Zum Monatsende stabilisierten sich die Rohölpreise wieder und legten leicht zu. Im Monatsdurchschnitt stieg der Preis für WTI-Öl um 1,4 % (in Euro: -0,2 %), für Rohöl der Sorte Brent um 0,3 % (in Euro: -1,3 %). Der Preis für Dubai-Öl blieb im Juni auf Dollar-Basis unverändert (in Euro: -1,6 %).

Metallpreise kommen unter Druck

Schwache Konjunkturdaten aus China sowie die Äußerungen der US-Notenbank belasteten auch die Metallmärkte. Der Index für NE-Metalle sank im Juni um 1,7 % (in Euro: -3,3 %). Damit notierte er verglichen mit dem Vorjahresmonat um 4,6 % (in Euro: -9,4 %) niedriger. Der allgemeine Abwärtstrend an den Rohstoffmärkten im Nachgang der Ankündigungen von Ben Bernanke brachte auch die Metallpreise unter Druck. Aluminium erreichte zwischenzeitlich ein Vier-Jahres-Tief und auch der Preis für Kupfer sank zeitweise auf seinen tiefsten Wert seit Juli 2010. Im Monatsdurchschnitt fiel der Aluminiumpreis um 0,6 % (in Euro: -2,2 %) und der Kupferpreis um 3,1 % (in Euro: -4,6 %). Auch die für Legierungen wichtigen Metalle Nickel und Zinn verbilligten sich. Der Nickelpreis sank um 4,3 % (in Euro: -5,8 %) und der Preis für Zinn verringerte sich um 2,4 % (in Euro: -3,9 %) im Vergleich zum Vormonat. Gleichermaßen setzte sich der Abwärtstrend für Eisenerz und Stahlschrott fort. Verglichen mit dem Durchschnittswert von Mai sank der Index für Eisenerz und Stahlschrott um 6,8 % (in Euro: -8,2 %) und damit zum vierten Mal in Folge seit Februar.

HWWI-Rohstoffpreisindex: Zu sehen sind die Tageswerte seit Juli 2008

Quelle: HWWI

Kein einheitlicher Trend bei den Preisen für Nahrungsmittel

Der Index für Nahrungs- und Genussmittel stieg im Vergleich zum Monat Mai leicht um 0,5 % (in Euro: -1,1 %). Die Teilindizes folgten dabei jedoch keinem einheitlichen Trend. Ein hohes weltweites Angebot ließ den Preis für Weizen im Monatsdurchschnitt um 4,3 % (in Euro: - 5,8 %) fallen. Auch der Reispreis gab nach und fiel aufgrund von erhöhten Exportprognosen Thailands um 5,2 % (in Euro: -6,7 %). Der Index für Getreide fällt um 1,1 % (in Euro: -2,7 %). Im Zuge der auslaufenden Erntesaison für Soja verteuerten sich Sojabohnen im Juni um durchschnittlich 5,6 % (in Euro: +3,9 %) und Sojaschrot um 8,0 % (in Euro: +6,3 %). Dadurch stieg der Index für Ölsaaten und Öle um 6,0 % (in Euro: +4,3 %) im Vergleich zum Vormonat. Für den Kaffeepreis ging die Talfahrt weiter. Im Monatsdurchschnitt verlor der Kaffeepreis 7,2 % (in Euro: -8,7 %). Er reduzierte sich damit seit Januar zum fünften Mal in Folge und erreichte vorübergehend den tiefsten Stand seit September 2009. Verglichen mit dem Vorjahresmonat notierte der Kaffeepreis auf einem um 19,1 % (in Euro: -23,1 %) gesunkenen Niveau.

Vor Beginn der neuen Erntesaison stiegen die Preise für Sojabohnen im letzten Monat stark an. Der Preisanstieg ist unter anderem auf die sich verknappenden Restbestände aus der letzten Erntesaison zurückzuführen. Die Lagerbestände fielen in den USA laut dem US-Amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) auf den tiefsten Stand seit neun Jahren. Zusätzlich lenkten Befürchtungen über drohende Streiks in Brasilien, dem weltweit zweitgrößten Sojaexporteur, die Sojanachfrage – vor allem aus China – auf die USA um und wirkten dadurch zusätzlich preissteigernd. Trotz der Aussichten auf eine kommende Rekordernte im Laufe dieses Jahres stieg deshalb der Preis für Sojabohnen um 5,6 % (in Euro: + 3,9%) im Vergleich zum Vormonat. Im Zuge dieser Entwicklungen verteuerte sich auch Sojaschrot und erreichte zeitweise ein Siebenmonatshoch. Sojaschrot wird aus Sojabohnen gewonnen und ist wegen seines hohen Eiweißgehalts der bedeutendste Futtermittelbestandteil für die Fleischindustrie. Der Preis für Mais stieg im Juni um durchschnittlich 1,4 % (in Euro: -0,2 %). Nach den Rekordpreisen für Mais infolge der schweren Dürre in den USA letzten Sommer, mussten Bioethanol-Produzenten ihre Nachfrage nach diesem Agrarrohstoff lange Zeit mäßigen. In Erwartung einer sehr guten kommenden Ernte stieg die Nachfrage langsam wieder, sodass sich der Maispreis moderat erhöhte.

Abbildungen langfristige Entwicklung (Monatsdurchschnitte)

 

Abbildung der langfristigen Entwicklung des Sojabohnenpreises.

Quelle: HWWI

Abbildung der langfristigen Entwicklung des Maispreises.

Quelle: HWWI