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HWWI-Rohstoffpreisindex
05.04.2013

Der HWWI-Rohstoffpreisindex sank im März im Vergleich zum Vormonat auf US-Dollar-Basis um 4,6 %, während er in Euro um 1,7 % nachgab. Damit liegt der Index um gut 12 % (in Euro: -10,5 %) unter dem Niveau des vorherigen Jahres. Die Preisrückgänge, die wesentlich durch die verschlechterten Aussichten für die Weltkonjunktur ausgelöst wurden, betrafen nahezu alle Rohstoffe. Am stärksten reduzierte sich mit 6,2 % (in Euro: -3,3 %) der Index für Nicht-Eisen-Metalle, gefolgt vom Index für Rohöl, der um 5 % (in Euro: -2,1 %) zurückging. Der Getreideindex sank wesentlich weniger um 0,8 % in US-Dollar bewertet und stieg in Euro sogar um 2,3 % an.

Sojabohnen

Die USA, der weltweit größte Produzent von Soja, dehnt die Anbauflächen weiter aus. (Foto: picture alliance/chromorange)

Rohöl verbilligte sich deutlich aufgrund verschlechterter globaler Konjunkturerwartungen und der damit verbundenen Prognosen eines abgeschwächten weltweiten Ölverbrauchs. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) reduzierte ihre Verbrauchsprognosen für das Jahr 2013 auch im März leicht nach unten. Der Preis für die Ölsorte Brent lag Mitte Februar bei über 118 US-Dollar pro Barrel und fiel Ende März teilweise bis auf einen Stand von 106 US-Dollar pro Barrel. Auch die gute Ölversorgung hat zu sinkenden Preisen beigetragen. Sie liegt zurzeit bei ungefähr 91 Mio. Barrel pro Tag. Der Irak konnte seine Ölproduktion weiter ausdehnen, aber auch die USA förderten mehr Öl, besonders aus unkonventionellen Ölvorkommen wie Ölschiefer. Diese steigende Produktion spiegelt sich auch in den vom US-amerikanischen Energieministerium veröffentlichten Zahlen zu den Rohöllagerbeständen wider, die weiter angestiegen und so hoch sind wie seit mehr als 22 Jahren nicht mehr.

Auf den Metallmärkten waren im März Zink mit 9,1 % (in Euro: -6,3 %) und Blei mit 8,1 % (in Euro: -5,3 %) besonders von den Preisrückgängen betroffen. Der konjunkturreagible Kupferpreis sank um 5,1 % (in Euro: -2,2 %) und notiert damit im Monatsdurchschnitt so niedrig wie seit August 2012 nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März hat sich Kupfer um gut 9 % verbilligt. Der Preis für Kautschuk, der überwiegend für die Produktion von Autoreifen verwendet wird, sank um fast 8 % (in Euro: -5,1 %). Gegen den Trend entwickelte sich dagegen der Baumwollpreis, der sich um 7,7 % (in Euro: +11 %) erhöhte, da befürchtet wurde, das globale Angebot könnte sich verringern.

Die Getreidepreise gaben im letzten Monat vergleichsweise nur leicht nach. Während der Weizenpreis mit 3,7 % (in Euro: -0,7 %) im Index für Getreide überdurchschnittlich zurückging, verteuerte sich Mais um 1,2 % (in Euro: +4,3 %). Bei Mais und Weizen setzten Ende März starke Preissenkungen ein. Am letzten Handelstag ging der Weizenpreis um 6,1 % (in Euro: -6,7 %) und der Maispreis um 5,4 % (in Euro: -5,7 %) zurück. Ein wesentlicher Grund dafür waren Zahlen des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums zu den Maislagerbeständen, die höher ausfielen als zuvor erwartet. Die hohen Preise hatten in der zweiten Jahreshälfte 2012 die Nachfrage nach Mais für das Verfüttern an Tiere gesenkt.

Im letzten Sommer hatte eine extreme Trockenheit im mittleren Westen der USA zu starken Ernteausfällen bei Sojabohnen und Mais geführt. Dadurch erreichten die Sojabohnenpreise im August einen Rekordstand von annähernd 18 US-Dollar je Scheffel und die Maispreise stiegen auf gut 8,30 US-Dollar je Scheffel. Seitdem sind die Preise wieder zurückgegangen: Mais um 16,4 % (in Euro: -18,8 %) und Sojabohnen um 20,6 % (in Euro: -22,3 %). Ende März verbilligten sich neben Weizen auch Mais und Sojabohnen stark als das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) neue Zahlen zu den Lagerbeständen und Anbauflächen veröffentlichte. Die Lagerbestände in den USA waren bei Sojabohnen und Mais höher als zuvor erwartet. Gleichzeitig rechnet das USDA mit großen Ernten, da die Anbauflächen stark ausgedehnt wurden. Dies gilt nur unter der Bedingung, dass die Hektarerträge nicht wesentlich durch Wetterkapriolen gesenkt werden. Die Zahlen von der USDA werden von Marktteilnehmern besonders aufmerksam verfolgt, da die USA bisher bei Mais und Sojabohnen der weltweit größte Produzent sind. Bei Letzterem könnte sich dies mit der aktuellen Erntesaison 2012/13 jedoch ändern. In Brasilien wird bei den Sojabohnen mit einer Rekordernte gerechnet. Dies stellt das Land jedoch gleichzeitig vor Problemen bei der Infrastruktur, da es zum einen an LKW-Fahrern beim Transport mangelt und die Kapazitäten der Verladehäfen begrenzt sind. Zum anderen verzögerten Streiks von Hafenarbeitern den Export. Der größte Importeur von Sojabohnen, China, soll aufgrund der Verzögerungen im März schon eine Lieferung über zwei Millionen Tonnen Sojabohnen aus Brasilien gestrichen haben.

Grafik zur Preisentwicklung bei Soja

Quelle: HWWI

Grafik zur Preisentwicklung bei Mais

Quelle: HWWI

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