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05.02.2013

Im Monatsdurchschnitt lag der HWWI-Rohstoffpreisindex im Februar höher als im Januar. Gegen Mitte des Monats gingen jedoch die Rohstoffpreise überwiegend zurück. Auf US-Dollar-Basis notierte der Index im Februar um 2 % höher als im Vormonat. In Euro berechnet war der Anstieg mit 1,5 % etwas geringer. Im Index erhöhten sich am stärksten der Unterindex „Eisenerz, Stahlschrott“ mit 4,6 % (in Euro: +4 %) und Rohöl mit 2,3 % (in Euro: +1,7 %). Dagegen waren die Rückgänge beim Teilindex für Genussmittel mit 2,9 % (in Euro: -3,4 %) am größten.

Die Lagerbestände von Eisenerz in China sinken. (Foto: picture alliance / dpa)

Zu Beginn des Februars lag der Index für Rohöl so hoch wie zuletzt im August 2012. Brentöl näherte sich wieder einem Preis von 120 US-Dollar pro Barrel. Nach starken Preisrückgängen beim Rohöl in der zweiten Monatshälfte reduzierte sich der Öl-Index jedoch auf seinen niedrigsten Stand im Jahr 2013. Während sich Dubai-Öl um fast 6 % (in Euro: -3,4 %) verbilligte, lagen die Preisrückgänge bei Brentöl und WTI-Öl bei gut 5 % (in Euro: rund -2,7 %). Die Rohölpreise gaben vor dem Hintergrund nach, dass aufgrund einer schwächer wachsenden Weltkonjunktur der Anstieg bei der Ölnachfrage 2013 nachlassen könnte. Mitte Februar korrigierte daher die Internationale Energieagentur ihre Prognose für die Ölnachfrage nach unten. In Europa stand besonders Italien im Fokus, da nach den ungeklärten politischen Machtverhältnissen nach den Wahlen einige Anleger die im Land angeschlagene Haushaltsdisziplin in Gefahr sahen. In China waren die letzten Zahlen zum verarbeitenden Gewerbe schwächer als erwartet und in den USA bestanden ebenfalls Risiken für die Konjunktur, da noch keine endgültige Lösung zur Umgehung der „Fiskalklippe“ gefunden wurde.

Die schlechteren weltweiten Wirtschaftszahlen drückten nicht nur den Ölpreis nach unten, sondern führten zum Teil auch zu starken Rückgängen bei Metallen. Im Monatsdurchschnitt Februar veränderte sich der Index für NE-Metalle zwar mit 0,8 % (in Euro: +0,2 %) nur wenig, aber in der zweiten Monatshälfte setzten starke Preisrückgänge ein. In diesem Zeitraum verlor der Nickelpreis 8,8 % (in Euro: -6,4 %), der Aluminiumpreis 6,1 % (in Euro: -3,6 %) und der Kupferpreis 4,8 % (in Euro: -2,3 %), der damit auf ein 3-Monatstief sank. Der Eisenerzpreis hat sich seit seinem Tiefstand aus dem Jahre 2012, als er bei circa knapp 90 US-Dollar pro Tonne lag, mehr als um zwei Drittel wieder erhöht. Gegen Ende Februar lag der Preis bei circa 152 US-Dollar und im Monatsdurchschnitt hat sich der Eisenerzpreis gegenüber Januar um 3 % (in Euro: +2,4 %) erhöht. Die Preisrückgänge in der zweiten Monatshälfte Februar waren beim Eisenerz mit 2 % (in Euro: +0,5 %) vergleichsweise gering. Preissteigernd auf den Weltmarkt für Eisenerz wirken niedrige Eisenerzlagerbestände in China, die das Land dazu veranlassen könnte, vermehrt Eisenerz aus Brasilien, Indien und Australien nachzufragen.

Quelle: HWWI

Die Lagerbestände an Eisenerz sind in China kräftig gesunken, da  die Eisenerzproduktion im Land zurückgefahren wurde. Auf der Angebotsseite wirkte sich die vorübergehende Sperrung von australischen Exporthäfen preissteigernd auf Eisenerz aus. Die Schließungen wurden aufgrund von Unwettern notwendig. Es gilt nun abzuwarten, ob und in welchem Umfang Eisenerz-, aber auch Kohleminen negativ von einem ins Landesinnere ziehende Unwetter betroffen werden. Mit Wasser vollgelaufene Minen müssten geschlossen und zugleich könnte auch die Infrastruktur wie Straßen und Bahnlinien beschädigt werden. Da Australien für Kohle und Eisenerz ein sehr wichtiger Exporteur für den Weltmarkt ist, sind diese Befürchtungen, auf den Märkten dieser beiden Rohstoffe eingepreist worden. Beim Eisenerz wirkt sich zudem preissteigernd aus, dass von den großen Produzenten geplante Projekte aufgrund des starken Preisverfalls im August/September 2012 und höherer Kosten  aufgeschoben wurden. Dies könnte auf mittlere Sicht gesehen das Eisenerzangebot reduzieren. Die stark gesunkenen Eisenerzpreise senkten die Gewinne der Eisenerzproduzenten in 2012 kräftig. Der im Februar im Vergleich zum Monatsdurchschnitt Januar angestiegene Eisenerzpreis dürfte für die Minenbetreiber den Anreiz erhöhen, neue Minenprojekte voranzutreiben. Kohle hat sich im Februar mit einem Anstieg um 0,5 % (in Euro: -0,1 %) nur leicht verteuert. Seit Februar 2012 hat sich der Index für Kohle um 19,2 % (in Euro: 20 %) reduziert. Das Sinken der Kohlepreise wurde ausgelöst durch eine zunehmende Förderung von unkonventionellen Gasvorkommen in den USA. Aufgrund des erhöhten Gasangebots fragten die USA weniger Kohle nach, wodurch es sich auf dem internationalen Markt verbilligte. In Europa, wo bisher kein Gas mittels „Fracking“ gefördert wird, erhöht der niedrige Preis den Anreiz, Kohle verstärkt zur Energiegewinnung zu verwenden; jedoch mit negativen Folgen für die CO2-Bilanz.

Im Vergleich zum Vormonat ging der Index für Getreide um 2,4 % (in Euro: -2,9 %) zurück, der für Genussmittel sogar um 2,9 % (in Euro: -3,4 %). Bessere Ernteaussichten in wichtigen Anbauregionen führten dazu, dass Weizen sich innerhalb des Februars um gut 9 % (in Euro: -5,5 %) verbilligte und damit so niedrig notierte wie zuletzt im Sommer 2012. Der Zuckerpreis gab im Monatsdurchschnitt um 2,6 % (in Euro: -3,1 %) nach und liegt damit fast um 27 % (in Euro: -27,5 %) unter seinem Stand vom Februar 2012. Auch der Kakaopreis reduzierte sich und war um 3,4 % (in Euro: -3,9 %) niedriger als noch im Vormonatsdurchschnitt. Ein gestiegenes Kakaoangebot und eine über den Erwartungen liegende Qualität der Bohnen führten zu diesen Preissenkungen. So niedrig lag der Kakaopreis das letzte Mal vor 9 Monaten.

Grafik Eisenerzpreisentwicklung

Quelle: HWWI

Grafik Kohlepreisentwicklung

Quelle: HWWI

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