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Wissenschaft

Norddeutscher Immobilienmarkt ist nicht überhitzt

17.08.2012

Eine Bewertung des HWWI zum Immobilienmarkt lässt keine Preisblase erkennen. Inflationsbereinigt liegen die Preise für Wohneigentum im Norden Deutschlands deutlich unter dem Niveau von 1995.

Hauser der Hamburger HafenCity

Hamburgs HafenCity: Moderate Preissteigerungen sind in den Metropolregionen Norddeutschlands weiterhin wahrscheinlich. (Foto: picture alliance/chromorange)

Ausgewertet hat Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Leiter des Themenfelds „Immobilienmärkte“ am Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), die Immobilienmärkte in acht norddeutschen Städten: Hamburg, Bremen, Flensburg, Kiel, Lübeck, Lüneburg, Rostock und Schwerin. Von der Urbanisierung der norddeutschen Region ausgelöst, steigt die Nachfrage nach Wohneigentum in den Metropolregionen des Nordens. Ein Grund für die vom HWWI erwarteten Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt.

Immobilien als sicherer Hafen

In Hamburg beispielsweise wuchs die Bevölkerung im vergangenen Jahrzehnt um vier Prozent an, was rund 70.000 Personen entspricht. Nachfragesteigernd wirken auch die zurzeit niedrigen Hypothekenzinsen, die nicht nur bei den norddeutschen Privathaushalten das Interesse an Immobilienbesitz wecken. Ferner haben in- wie ausländische Anleger den gesamten deutschen Immobilienmarkt als sicheren Hafen entdeckt.

Preissteigerung inflationsbereinigt geringer

Trotz der jüngst rapiden Preissteigerungen geht das HWWI aber nicht von einer Preisblase am norddeutschen Immobilienmarkt aus. Denn die aktuellen durchschnittlichen Kaufpreise liegen inflationsbereinigt deutlich unter dem Stand des Jahres 1995. Auch im Vergleich zu den jeweiligen Durchschnittsmieten haben die aktuellen Kaufpreise für Wohnimmobilien an vielen Standorten historisch betrachtet noch Aufholpotenzial.

Da das Wohnungsangebot nur langsam an die Nachfragesteigerung angepasst werden kann, sind moderate Preissteigerungen weiterhin wahrscheinlich, so die Bewertung des HWWI. Für derzeit besonders gefragte Lagen oder Stadtteile in Norddeutschlands Städten können Übertreibungen allerdings nicht ausgeschlossen werden.

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