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05.04.2012

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde zum Jahresanfang erneut novelliert. Für den Betrieb von Biogasanlagen gelten künftig strengere Bedingungen. Hintergrund ist, dass weniger Nahrungsmittelrohstoffe zu Energie verarbeitet werden sollen.

Maisfeld: Die Kultivierung von Energiepflanzen gerät in die Kritik. (Foto: picture alliance/dpa/dpaweb)

Fuhr man im letzten Sommer über das Land, waren die vielen Maisfelder nicht zu übersehen. Die Zunahme des Maisanbaus in den vergangenen Jahren führte zu Begriffen wie „Maiswüste“ oder „Vermaisung“ und verdeutlicht die Befürchtung der Bevölkerung, dass die Monokultur vielerorts andere Anbaufrüchte und Getreide verdrängt. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) bestätigt: Für die Energiegewinnung in immer mehr Biogasanlagen wurde in den vergangenen Jahren stetig mehr Mais angebaut. Durch die erneute Novellierung des EEG, das auch die Biogasproduktion regelt, wird nun die Verarbeitung von Nahrungsmittelrohstoffen zu Energie eingeschränkt. Neben den negativen Auswirkungen der Monokultur auf die Umwelt führe der Transport des relativ großvolumigen Maises auch zu erhöhten CO2-Emissionen, so die aktuelle Untersuchung des IfW.

EEG-Novelle limitiert Maiseinsatz in Biogasanlagen

Allein in Schleswig-Holstein, so die IfW-Expertinnen Ruth Delzeit, Mareike Lange und Annemarie Busch, nahm die mit Silomais bewirtschaftete Fläche im Jahr 2010 um 19 Prozent auf rund 28.000 Hektar gegenüber dem Vorjahr zu. Als Reaktion auf diese Entwicklung novellierte die Bundesregierung erneut das EEG. Dadurch ist seit Januar 2012 der Einsatz von Mais und Getreidekorn in Biogasanlagen limitiert. Nun müssen in einigen Anlagen die produktivsten Energiepflanzen durch andere Substrate ersetzt werden, so die Autorinnen. Dies werde die Rohstoffauswahl und damit möglicherweise auch den Flächenbedarf für Biogas deutlich verändern.