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Eurokrisenbarometer
16.12.2013

Das Eurokrisenbarometer entspannt sich weiterhin und zielt auf ein erneutes Rekordtief mit knapp über 10 Punkten ab. Insbesondere die Aufwertung des Euros, die als Zeugnis für ein größeres Vertrauen in den Euroraum interpretiert werden kann, sorgte zuletzt für den Rückgang des Barometers.

Die EZB kündigte vorerst keine weiteren Änderungen an und sorgt somit für eine Entspannung an den Märkten. Trotz der guten Konjunkturdaten seitens der USA befindet sich der EUR gegenüber dem USD in einer Aufwertung. Dies sorgte für neue Tiefststände des Eurokrisenbarometers. Weiterhin haben die CDS Spreads der Peripherieländer abgenommen, was ebenfalls für eine Beruhigung der Lage sorgt. In Italien konnte Regierungschef Letta eine erneute Vertrauensabstimmung im Senat gewinnen und hat somit Unterstützung für sein geplantes Reformpaket erhalten.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob und in welchem Ausmaß die Wirtschaft sich erholt. Insbesondere die mangelnde Kreditvergabe könnte zu Problemen führen. In den nächsten Monaten werden zudem die EU-Parlamentswahlen, bei denen in einigen Ländern anti-europäische-Parteien signifikanten Zulauf erhalten dürften, wahrscheinlich für Nervosität sorgen. 

Zur Konstruktion des Eurokrisenbarometers:

Das Eurokrisenbarometer besteht aus vier gleichgewichteten Komponenten: Dem Durchschnitt der CDS-Spreads für Spanien und Italien, dem Euro-US-Dollar-Wechselkurs, dem Euro-US-Dollar-Basisswap sowie dem Goldpreis. Die Einzelkomponenten sind normiert auf einen Bereich von 0 bis 100, wobei 0 jeweils als das niedrigste Niveau und 100 als das jeweils höchste Niveau in den vergangenen drei Jahren definiert ist. Der Gesamtindex ist somit der Durchschnitt aus den vier normierten Komponentenergebnissen.

Es handelt sich um einen dynamischen Index, da stets der gleiche Zeitraum der vergangenen drei Jahre herangezogen wird. In einem Jahr werden daher die Daten aus dem Jahr 2009 nicht mehr bei der Berechnung der höchsten und niedrigsten Werte berücksichtigt. Die Vorgehensweise impliziert, dass die Stressniveaus als relative Stressniveaus angesehen werden müssen: So kann es sein, dass das Stressniveau gemessen an dem Umfeld, das 2007 vorlag, zwar als sehr angespannt betrachtet werden kann, der Index dennoch Entspannung signalisiert, weil der Wert deutlich unter dem Niveau liegt, das beispielsweise in 2010 erreicht wurde (und 2007er Werte nicht in den Index mit einfließen).

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