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Eurokrisenbarometer
20.01.2014

Nach dem letzten Rekordtief von knapp über 10 Punkten bleibt die Lage weiterhin entspannt. Insbesondere die Risikoprämien für die Peripherieländer sind weiter zurückgegangen, nachdem Spanien und Irland den Rettungsschirm erfolgreich verlassen haben.

Das Eurokrisenbarometer notiert weiterhin im untersten Bereich. Grund hierfür ist zum einen der stabile Euro, der trotz der guten Datenlage in den USA auf einem relativ hohen Niveau notiert. Zudem anderen haben die CDS-Spreads der Peripherieländer weiter abgenommen. Hierbei war nicht zuletzt Irland mit seiner erfolgreichen Refinanzierung am Kapitalmarkt ausschlaggebend. Zusätzliche Entspannung kommt vom Euro-US-Dollar-Basisswap, welcher ebenfalls leicht gesunken ist und das Vertrauen amerikanischer Banken in den europäischen Finanzsektor widerspiegelt. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwieweit sich die in diesen Werten eingepreiste Erholung der Europäischen Wirtschaft  bestätigt und damit das Stressniveau auf einem so niedrigen Niveau bleibt. Insbesondere die Aktienmärkte neigen derzeit zu Nervosität, was auch auf andere Marktsegmente überspringen kann.

Zur Konstruktion des Eurokrisenbarometers:

Das Eurokrisenbarometer besteht aus vier gleichgewichteten Komponenten: Dem Durchschnitt der CDS-Spreads für Spanien und Italien, dem Euro-US-Dollar-Wechselkurs, dem Euro-US-Dollar-Basisswap sowie dem Goldpreis. Die Einzelkomponenten sind normiert auf einen Bereich von 0 bis 100, wobei 0 jeweils als das niedrigste Niveau und 100 als das jeweils höchste Niveau in den vergangenen drei Jahren definiert ist. Der Gesamtindex ist somit der Durchschnitt aus den vier normierten Komponentenergebnissen. Es handelt sich um einen dynamischen Index, da stets der gleiche Zeitraum der vergangenen drei Jahre herangezogen wird. In einem Jahr werden daher die Daten aus dem Jahr 2009 nicht mehr bei der Berechnung der höchsten und niedrigsten Werte berücksichtigt. Die Vorgehensweise impliziert, dass die Stressniveaus als relative Stressniveaus angesehen werden müssen: So kann es sein, dass das Stressniveau gemessen an dem Umfeld, das 2007 vorlag, zwar als sehr angespannt betrachtet werden kann, der Index dennoch Entspannung signalisiert, weil der Wert deutlich unter dem Niveau liegt, das beispielsweise in 2010 erreicht wurde (und 2007er Werte nicht in den Index mit einfließen).

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