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Beim Beruhigen der Märkte erhält EZB-Präsident Mario Draghi Unterstützung auf allen Indikator-Feldern, die das Eurokrisenbarometer bestimmen.

Der Stresslevel des Eurokrisenbarometers fällt immer weiter und es scheint so, als wenn die Eurokrise in weite Ferne rückt. Dafür will auch Mario Draghi sorgen. Er denkt jetzt sogar offenkundig über die Veröffentlichung der Protokolle der EZB-Sitzung nach, was weitere Transparenz und Vertrauen schaffen würde.

Nach wie vor ist beim Eurokrisenbarometer kein Anzeichen von Stress zu erkennen. In den letzten beiden Wochen treibt die Eurozone in ruhigem Fahrtwasser. Die Konjunkturdaten geben weiterhin Grund zur Hoffnung. So stiegen die PMIs der Eurozone, Deutschlands und Frankreichs zuletzt an und erreichten wesentlich bessere Werte. Der Goldpreis zog zwar wieder leicht an, dies ist aber nicht auf Stress an den Märkten zurückzuführen. Insgesamt bleiben die "Angstindikatoren" des Eurokrisenbarometers auf niedrigem Niveau und auch der Euro kletterte erneut über die Marke von 1,32.

Zur Konstruktion des Eurokrisenbarometers:
Das Eurokrisenbarometer besteht aus vier gleichgewichteten Komponenten: Dem Durchschnitt der CDS-Spreads für Spanien und Italien, dem Euro-US-Dollar-Wechselkurs, dem Euro-US-Dollar-Basisswap sowie dem Goldpreis.

Die Einzelkomponenten sind normiert auf einen Bereich von 0 bis 100, wobei 0 jeweils als das niedrigste Niveau und 100 als das jeweils höchste Niveau in den vergangenen drei Jahren definiert ist. Der Gesamtindex ist somit der Durchschnitt aus den vier normierten Komponentenergebnissen.

Es handelt sich um einen dynamischen Index, da stets der gleiche Zeitraum der vergangenen drei Jahre herangezogen wird. In einem Jahr werden daher die Daten aus dem Jahr 2009 nicht mehr bei der Berechnung der höchsten und niedrigsten Werte berücksichtigt. Die Vorgehensweise impliziert, dass die Stressniveaus als relative Stressniveaus angesehen werden müssen: So kann es sein, dass das Stressniveau gemessen an dem Umfeld, das 2007 vorlag, zwar als sehr angespannt betrachtet werden kann, der Index dennoch Entspannung signalisiert, weil der Wert deutlich unter dem Niveau liegt, das beispielsweise in 2010 erreicht wurde (und 2007er Werte nicht in den Index mit einfließen).