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22.11.2013

Das Eurokrisenbarometer signalisiert nach wie vor Entspannung in der Eurozone und erreichte mit einem Stand von unter 15 Punkten ein Rekordtief. Die Leitzinssenkung der EZB setzte den Euro zwar unter Druck, sorgte jedoch für günstige Refinanzierungsbedingungen in den Peripheriestaaten.
 

Anfang des Monats senkte die EZB den Leitzins überraschenderweise auf 0,25 Prozent und reagierte damit auf die niedrigen Inflationsraten in der Eurozone. Infolgedessen verlor die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar zwar an Wert, allerdings ist der Euro-Dollar-Basisswap weiter auf unter drei Basispunkte gesunken.

Zudem sind die Anleger angesichts des allgemein niedrigen Zinsniveaus immer mehr bereit, in Staatsanleihen der Peripheriestaaten zu investieren. Sowohl Spanien als auch Italien profitierten von diesem Trend. Die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen beider Länder sind im Verlauf der letzten Wochen erneut gesunken. Der CDS-Spread für spanische Staatsanleihen mit fünfjähriger Laufzeit fiel sogar auf den geringsten Wert seit über drei Jahren. Darüber hinaus trug der rückläufige Goldpreis ebenfalls zur Entspannung in der Währungsgemeinschaft bei.

Zur Konstruktion des Eurokrisenbarometers:

Das Eurokrisenbarometer besteht aus vier gleichgewichteten Komponenten: Dem Durchschnitt der CDS-Spreads für Spanien und Italien, dem Euro-US-Dollar-Wechselkurs, dem Euro-US-Dollar-Basisswap sowie dem Goldpreis. Die Einzelkomponenten sind normiert auf einen Bereich von Null bis 100, wobei Null jeweils als das niedrigste Niveau und 100 als das jeweils höchste Niveau in den vergangenen drei Jahren definiert ist. Der Gesamtindex ist somit der Durchschnitt aus den vier normierten Komponentenergebnissen.

Es handelt sich um einen dynamischen Index, da stets der gleiche Zeitraum der vergangenen drei Jahre herangezogen wird. In einem Jahr werden daher die Daten aus dem Jahr 2009 nicht mehr bei der Berechnung der höchsten und niedrigsten Werte berücksichtigt. Die Vorgehensweise impliziert, dass die Stressniveaus als relative Stressniveaus angesehen werden müssen: So kann es sein, dass das Stressniveau gemessen an dem Umfeld, das 2007 vorlag, zwar als sehr angespannt betrachtet werden kann, der Index dennoch Entspannung signalisiert, weil der Wert deutlich unter dem Niveau liegt, das beispielsweise im Jahr 2010 erreicht wurde und Werte aus 2007 nicht in den Index mit einfließen.

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