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30.09.2013

Erstmals seit Juli 2011 ist das Eurokrisenbarometer zeitweise auf unter 20 Punkte gesunken. Verantwortlich dafür ist der Euro, der trotz der politischen Turbulenzen in Italien aufwertete.

Das politische Hin- und Her in Italien rund um Berlusconis politische Zukunft und die Stabilität der Regierungskoalition hat zu einer Ausweitung der Risikoaufschläge italienischer Anleihen geführt. Jedoch hat der Rückgang der spanischen Spreads diesen Effekt neutralisiert. Gleichzeitig konnte der Euro von der unerwarteten Fed-Entscheidung, alles beim alten zu lassen, profitieren. Sorgen um den Euro macht sich kaum noch ein Investor. Auch die Amerikaner nicht, die mittlerweile kaum noch einen Zuschlag verlangen, wenn sie Euro gegen Dollar tauschen sollen – dies zeigt sich am Euro-Dollar-Basisswap, der zeitweise auf unter 5 Basispunkte gesunken ist.

Zur Konstruktion des Eurokrisenbarometers:

Das Eurokrisenbarometer besteht aus vier gleichgewichteten Komponenten: Dem Durchschnitt der CDS-Spreads für Spanien und Italien, dem Euro-US-Dollar-Wechselkurs, dem Euro-US-Dollar-Basisswap sowie dem Goldpreis. Die Einzelkomponenten sind normiert auf einen Bereich von 0 bis 100, wobei 0 jeweils als das niedrigste Niveau und 100 als das jeweils höchste Niveau in den vergangenen drei Jahren definiert ist. Der Gesamtindex ist somit der Durchschnitt aus den vier normierten Komponentenergebnissen.

Es handelt sich um einen dynamischen Index, da stets der gleiche Zeitraum der vergangenen drei Jahre herangezogen wird. In einem Jahr werden daher die Daten aus dem Jahr 2009 nicht mehr bei der Berechnung der höchsten und niedrigsten Werte berücksichtigt. Die Vorgehensweise impliziert, dass die Stressniveaus als relative Stressniveaus angesehen werden müssen: So kann es sein, dass das Stressniveau gemessen an dem Umfeld, das 2007 vorlag, zwar als sehr angespannt betrachtet werden kann, der Index dennoch Entspannung signalisiert, weil der Wert deutlich unter dem Niveau liegt, das beispielsweise in 2010 erreicht wurde (und 2007er Werte nicht in den Index mit einfließen).