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Das Stresslevel Europas ist auf einem 2-Jahres-Tief angekommen. Getragen von überaus positiven Konjunkturdaten liegt das Eurokrisenbarometer bei einem Wert von knapp über 20 und somit so niedrig wie zuletzt im Juni 2011.

Das Eurokrisenbarometer rangiert dank der zuletzt positiv ausgefallenden Konjunkturdaten aus der Eurozone weiter auf Entspannungskurs. Überraschend kräftig zog das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Frankreich mit 0,7 und 0,5 Prozent (qoq) an.

So konnte die Eurozone das erste Mal seit Ende 2011 ein Wirtschaftswachstum ausweisen und den Kontraktionsbereich verlassen. Auch die PMIs der Dienstleistungen verbesserten sich deutlich. In diesem Umfeld sinken die Spreads weiter und auch der Euro konnte in den vergangen Tagen wieder zulegen. Nach der Sommerpause besteht aber die Gefahr, dass in einigen südeuropäischen Ländern die politischen Probleme wieder aufkeimen, und damit könnten die Spreads sowie das Stresslevel wieder umschwenken.

Zur Konstruktion des Eurokrisenbarometers:

Das Eurokrisenbarometer besteht aus vier gleichgewichteten Komponenten: Dem Durchschnitt der CDS-Spreads für Spanien und Italien, dem Euro-US-Dollar-Wechselkurs, dem Euro-US-Dollar-Basisswap sowie dem Goldpreis. Die Einzelkomponenten sind normiert auf einen Bereich von 0 bis 100, wobei 0 jeweils als das niedrigste Niveau und 100 als das jeweils höchste Niveau in den vergangenen drei Jahren definiert ist. Der Gesamtindex ist somit der Durchschnitt aus den vier normierten Komponentenergebnissen.

Es handelt sich um einen dynamischen Index, da stets der gleiche Zeitraum der vergangenen drei Jahre herangezogen wird. In einem Jahr werden daher die Daten aus dem Jahr 2009 nicht mehr bei der Berechnung der höchsten und niedrigsten Werte berücksichtigt. Die Vorgehensweise impliziert, dass die Stressniveaus als relative Stressniveaus angesehen werden müssen: So kann es sein, dass das Stressniveau gemessen an dem Umfeld, das 2007 vorlag, zwar als sehr angespannt betrachtet werden kann, der Index dennoch Entspannung signalisiert, weil der Wert deutlich unter dem Niveau liegt, das beispielsweise in 2010 erreicht wurde (und 2007er Werte nicht in den Index mit einfließen).

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