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Wirtschaft
08.10.2012

Das wöchentlich aktualisierte Euro-Krisenbarometer der HSH Nordbank zeigt, dass die gegenwärtige Politik von Spaniens Staatschef gegen eine nachhaltige Entspannung an den Märkten wirkt.

Der Stress lässt kaum nach: Die Märkte üben nach wie vor Handlungsdruck auf die Politik aus. (Foto: Bloomberg / HSH Nordbank)

HAMBURG/KIEL – Das Euro-Krisenbarometer der HSH Nordbank, das die Angst vor einem Zusammenbruch der Eurozone erfassen soll, signalisiert derzeit eine vorsichtige Beruhigung der Lage.

Der Index, der sich seit einigen Tagen an der Grenze zwischen den Bereichen Stress und Neutral bewegt, spiegelte zuletzt den moderaten Rückgang der spanischen und italienischen Risikoaufschläge, die leichte Aufwertung des Euros sowie den Rückgang beim Euro-US-Dollar Basisswap wider. Letzerer ist der Preis, den eine europäische Bank dafür zahlen muss, wenn sie sich in Euro refinanziert und den Betrag temporär bei einer anderen Bank gegen US-Dollar tauscht. „Dieser Wert erfasst die Angst amerikanischer Banken vor einer Verschlechterung der Lage des europäischen Bankensektors“, erläutert Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. Das Euro-Krisenbarometer berücksichtigt zudem den Goldpreis als Indikator für die Furcht vor einer erhöhten Inflation. Der in den vergangenen Tagen zu beobachtende Anstieg des Goldpreises verhinderte, dass der Gesamtindex in den neutralen Bereich gesunken ist.

„Ob das Euro-Krisenbarometer in der kommenden Woche wieder in den Stressbereich zurückkehrt, wird vor allem von dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag abhängen“, so de la Rubia. Bei dem Treffen geht es unter anderem um die Frage, ob die nächste Tranche an Griechenland ausgezahlt wird und wann Spanien endlich seinen Hilfsantrag beim ESM stellt. An den Märkten wird gemutmaßt, dass sich Ministerpräsident Rajoy vor den Regionalwahlen im Baskenland, in Galicien und in Katalonien keine Blöße geben möchte. „Das ist der falsche Weg, denn der Staatschef schafft damit zusätzliche Unsicherheit und beschleunigt die Kapitalflucht aus dem Land“, geben die HSH-Volkswirte zu bedenken.