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Der Kleinbus "Olli" hat acht Sitzplätze (© Getty Images)
Autonomes Fahren
26.07.2017

Fahrerlose Busse auf Hamburg Straßen – im Jahr 2021 sollen diese nach Auskunft des HVV-Vorstandschefs Henrik Falk auf ersten Pilotstrecken zum Einsatz kommen. In Berlin finden auf dem Gelände des Euref-Campus bereits Probefahrten mit dem autonom fahrenden, über acht Sitzplätze verfügenden Kleinbus "Olli" statt. Die Deutsche Bahn will noch in diesem Jahr mit weiteren Pilotprojekten im öffentlichen Raum beginnen. Es ist der nächste logische Schritt der Digitalisierung des Verkehrs. Auch die Politik sieht in sich autonom durch Städte bewegenden Fahrzeugen die Zukunft.

So hat das Bundesverkehrsministerium im Rahmen des "Forschungsprogramms zur Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr" weitere 22,2 Millionen Euro für 13 neue Forschungsvorhaben, etwa in Berlin und Düsseldorf bewilligt. Sicher ist, dass das autonome Fahren unser Verständnis von Mobilität von Grund auf verändert. Fragen der Versicherung etwa bei Unfällen stellen sich ganz neu. Zudem steigt die Bedeutung von Verkehrsleitsystemen, wenn autonome Fahrzeuge quasi im Dauerbetrieb in den Städten unterwegs sind. Anderseits dürften sich dann die Parkplatzsituation deutlich entschärfen. Die gesellschaftlichen Folgen sind noch nicht absehen, da sich das autonome Fahren auch auf Pendelverkehr, Arbeits- und Wohnwelt auswirkt. Autos rollen künftig nicht nur selbstständig, sondern auch miteinander vernetzt auf den Straßen.

Die autonom fahrenden Autos können sich so vor Gefahren warnen und schneller auf Unvorhergesehenes – wie einen plötzlich kreuzenden Fußgänger – reagieren, als ein menschlicher Fahrer dazu in der Lage ist. Doch autonomes Fahren macht die Mobilität nicht nur sicherer. Es sorgt für deutlich kürzere Fahrzeiten und hat somit einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen. Es wird geschätzt, dass zurzeit etwa sechs Milliarden Minuten pro Tag Menschen irgendwo auf der Welt im Stau stehen. Allein durch vernetzte Parktechnologien werden Fahrer nach Schätzungen der Unternehmensberatung McKinsey bei der Parkplatzsuche bis zu 480 Millionen Kilometer einsparen. Vor allem Pendler gewinnen kostbare Zeit: 95 Stunden weniger pro Jahr sollen Vielfahrer im Jahr 2025 im Stau verbringen. Bis der Computer alle Handlungen im Auto alle Handlungen übernimmt, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Das autonome Fahren wird schrittweise eingeführt, erst auf Autobahnen, dann auf Schnellstraßen und anschließend in bestimmten freigegebenen Regionen einer Stadt, bis zur endgültigen Freigabe. Und falls auch in zehn Jahren mal der Verkehr stocken sollte, öffnet sich, während der Autopilot das Fahrzeug im Schritttempo bewegt, auf der Windschutzscheibe für den Passagier im Fond ein persönlicher Newsfeed: Aktienkurse poppen auf, Nachrichten, Live-Videos, Neuigkeiten von Freunden und Verwandten. Das Auto wird zum rollenden Büro und eröffnet Arbeitnehmern und Unternehmen neue Perspektiven. Die Möglichkeit des mobilen Arbeitens wird Auswirkungen auf das Wohnverhalten haben.

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