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Abbau der Bilanzsumme beginnt – Janet Yellens wichtigste Botschaft (©GettyImages)
Rentenmärkte
16.06.2017

„Mit der neuen Reduzierung der Bilanzsumme will die Fed die Liquidität am Markt verbessern“, so Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank.

Die Staatsanleiherenditen befinden sich weiterhin auf dem Rückzug. Das gilt insbesondere für die USA, wo die Renditen der T-Notes auf 2,13 % gefallen sind (Vorwoche: 2,20 %). Bei den Bunds ging es von niedrigem Niveau aus noch etwas niedriger. Interessanterweise hat auch die Zinsanhebung der US-Notenbank am gestrigen Mittwoch, es war die zweite Straffung in diesem Jahr auf nunmehr 1,00 bis 1,25 %, an dem Renditerückgang am langen Ende der Kurve nichts geändert.

Die wichtigste Botschaft der Fed-Sitzung war nicht so sehr die Zinsanhebung - die war von den Terminmärkten vollständig antizipiert worden -, sondern die klare Aussage, dass man in diesem Jahr mit dem allmählichen Abbau der Bilanzsumme beginnen werde. Dazu gab es auch Details: So ist vorgesehen, fällig gewordene Anleihen nur noch teilweise zu reinvestieren. Bislang wurde stets der gesamte Betrag reinvestiert. Die neue Regelung sieht für Staatsanleihen vor, dass wenn bis zu 6 Mrd. US-Dollar fällig werden, dieser Betrag nicht wieder angelegt wird. Wenn es aber fällig gewordene Anleihen von beispielsweise 10 Mrd. US-Dollar gibt, werden davon 4 Mrd. US-Dollar erneut investiert.

Bei hypothekengedeckten Wertpapieren ist die Grenze bei 4 Mrd. US-Dollar definiert. Mit diesem Modell stellt die Fed sicher, dass bei einer hohen Konzentration der Fälligkeiten die Bilanzsumme bzw. die Liquidität im Markt nicht zu sehr fallen. Die Fed hat gleichzeitig signalisiert, dass sie die Inflation, die für den Monat Mai überraschenderweise auf 1,7 % gefallen ist (Vormonat: 1,9 %), genau im Auge behalten wird, sie aber zuversichtlich ist, dass das Inflationsziel mittelfristig erreicht wird. An der Einschätzung, dass ein weiterer Zinsschritt in diesem Jahr angemessen ist, hielten die Fed-Mitglieder fest. Dies stimmt überein mit unserer Prognose eines weiteren Zinsschrittes im Dezember 2017.

Zurück zum Marktgeschehen der letzten Tage: An den Aktienmärkten ging es zuletzt etwas ruppiger zu, besonders die Technologiewerte wurden verstärkt in Mitleidenschaft gezogen. Offenbar hat dies viele Investoren dazu veranlasst, verstärkt Staatsanleihen ins Portfolio zu nehmen. Nach den Kurseinbrüchen am Freitag und zum Wochenbeginn kam es allerdings zu einer Gegenbewegung an den Aktienmärkten. Setzt sich diese fort, dürften auch die Renditen der T-Notes und der Bunds wieder steigen.

Am Sonntag steht der zweite Wahlgang der französischen Parlamentswahlen auf der Agenda. Sollte die vorhergesagte deutliche absolute Mehrheit für die Präsidentenpartei La République En Marche tatsächlich Wirklichkeit werden, dürfte das Vertrauen in die französische und die Eurozonenwirtschaft noch einmal ansteigen, was zu einem Anstieg der Bundrenditen führen könnte. Von der Rede von wird Fed-Chefin Yellen am Mittwoch (21.6.) könnten weitere Erkenntnisse über den zukünftigen geldpolitischen Kurs abgeleitet werden. Indizien für einen restriktiveren Kurs würden den US-Renditen Auftrieb geben.

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