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Volatile Kryptowährung: der Bitcoin ( © Getty Images)
Volatile Kryptowährung: der Bitcoin ( © Getty Images)
Bitcoin
23.05.2017

Der Bitcoin findet als Zahlungsmittel in Asien breitere Akzeptanz. Die Zulassung eines Bitcoin-ETFs durch die SEC würde den Aufstieg weiter befeuern – das Rückschlagpotenzial bleibt aber groß

Bei der Kryptowährung Bitcoin scheint es derzeit kein Halten zu geben. Am Montag überschritt der Kurs die Marke von 2130 US-Dollar, nachdem er erst am Wochenende über 2000 US-Dollar gesprungen war. Marktbeobachter fühlen sich bereits an Zeiten des „Neuen Marktes“ erinnert, bei dem Aktien an einzelnen Tag Sprünge von 40 Prozent und mehr machten. An den „Neuen Markt“ gemahnen auch die fantastisch anmutenden Kursziele für den Bitcoin, die weit jenseits der derzeitigen rund 2000 US-Dollar liegen.

Die Erklärungen für den Anstieg sind vielschichtig, bieten Spekulanten aber offenbar die richtige Munition. Dass Japan den Bitcoin zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärte, sorgte ebenso für Auftrieb wie die Ankündigung der Fluglinie Peach Aviation, als erste japanische Airline Bitcoins als Zahlungsmittel für Flugtickets zu akzeptieren. Für Fantasie sorgt zudem, dass die US-Börsenaufsicht SEC ihr Verbot für Bitcoin-ETFs überprüfen will. Konkret geht es um die Zulassung des „Winklevoss Bitcoin Trust“-Fonds von Cameron und Tyler Winklevoss. Die Zwillinge waren durch ihren Rechtsstreit mit „Facebook“-Gründer Mark Zuckerberg in die Schlagzeilen geraten. Befeuert wird der Kurs ebenso dadurch, dass der Bitcoin irgendwann eine abgeschlossene, nicht mehr zu produzierende Währung („Digitales Gold“) sein wird. Der Betrag an Bitcoins, den man mit komplizierten Rechenleistungen selbst erzeugen kann, halbiert sich etwa alle vier Jahre. Die durch das Bitcoin-Protokoll vorgeschrieben Höchstmenge liegt bei 21 Millionen Bitcoins.

Besonders in China boomt die Digitalwährung. Eröffnet sie doch Anlegern einen Ausweg, um rigiden Kapitalkontrollen zum Trotz Geld aus dem dümpelnden Yuan abzuziehen. Die Zentralbank Chinas ist dagegen eingeschritten und hat mehreren Bitcoin-Handelsplattformen mit Schließung gedroht – dies sorgte zu Jahresbeginn für einen Absturz des seit jeher äußerst volatilen Bitcoin-Kurses.

Da die Digitalwährung ohne zwischengeschaltete Bank direkt zwischen Nutzern gehandelt wird, träumen ihre Anhänger bereits von einer neuen Weltwährung, die dem Zugriff von Staaten und Notenbanken entzogen ist. Wie einige Skandale in der Vergangenheit gezeigt haben, zieht ein solches Konstrukt aber auch Kriminelle an. Bei einigen der jüngsten Cyberattacken verlangten die Täter eine Auszahlung des Lösegelds in Bitcoin. Rückschlagpotenzial liegt auch im Umstand, dass der Bitcoin mit anderen Kryptowährungen konkurriert und das Notenbanken selbst an solchen Währungen tüfteln. „Mittlerweile existieren Pläne, die der Zentralbank weiterhin Kontrolle über die Geldmenge und –politik gewähren, ohne dabei auf andere Vorteile verzichten zu müssen“, sagt Markus Vogg, Leiter Blockchain DACH bei Capgemini Consulting. Die Bank of England habe mit dem RSCoin ein solches Konzept für Kryptowährungen in Auftrag gegeben.