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Volker Brokelmann ist Senior Analyst bei der HSH Nordbank
Kurzstudie Windparks
28.04.2017

Im Vorfeld der ersten Auktion für neue EEG-geförderte Onshore-Windparks Anfang Mai sind die Projektierer unsicher, welche Gebotsstrategie sie verfolgen sollen. In einer Kurzstudie zum Umgang mit Vergütungsrisiken aus §51 EEG in der Finanzierung von Windenergieprojekten gibt Senior Analyst Volker Brokelmann von der HSH Nordbank Empfehlungen für den Umgang mit Risiken aus negativen Strompreisen.

Nach der ersten EEG-Auktion für neue Offshore-Windparks wird jetzt auch der Systemwechsel für die Windenergie an Land eingeleitet. Warum sorgen negative Strompreise hier zusätzlich für Unsicherheit?
Volker Brokelmann: Weil Windparkbetreiber bei länger andauernden negativen Strompreisen keine EEG-Vergütung mehr bekommen. Solche Zeiten mit negativen Strompreisen werden zunehmen, aber das Ausmaß über die 20jährige EEG-Förderdauer ist völlig offen. Und damit auch die Frage, wie hoch die wirtschaftlichen Einbußen sein könnten.

Was empfehlen Sie den Windpark-Projektierern?
Volker Brokelmann: Sie sollten in ihren Geboten eine Kompensation durch einen Risikozuschlag verlangen. Wichtig ist hierbei, dass sie nach der Auktion keine Chance mehr haben, einen Ausgleich für die Verluste hieraus zu erhalten.

Gibt es alternative Lösungen für dieses Problem?
Volker Brokelmann: Grundsätzlich kann der Gesetzgeber das EEG entsprechend anpassen, sofern es den Vorgaben der EU-Kommission entspricht. So könnten Ausfallzeiten an die gesetzliche Förderdauer drangehängt werden, so dass jeder Anlagenbetreiber eine effektiv 20jährige Förderungsdauer bekommt.