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Vermögenswerte wie Gold sind bei Unsicherheit gefragt (©GettyImages)
Wochenbarometer
07.04.2017

„Laut Fed-Sitzung sind die Aktienmärkte überbewertet, was die Investoren vorsichtiger werden lässt“, meint HSH-Analyst Patrick Harms.

Die Aktienmärkte konnten in dieser Woche nicht mehr weiter zulegen. Der DAX verlor im Vergleich zur Vorwoche genau wie der Eurostoxx etwa 0,7 %, und der S&P 500 gab 0,3 % nach. Vor allem das weltpolitische Geschehen war in dieser Woche unruhig: Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in der St. Petersburger U-Bahn am letzten Freitag, ging es in dieser Woche mit Streit um Gibraltar und Raketentests in Nordkorea weiter. Das alles passiert in der Woche vor dem großen Treffen zwischen Chinas Staatschef Xi Jinping und dem US-Präsidenten Donald Trump, auf das die Investoren gespannt warten. In Frankreich stand darüber hinaus am Dienstagabend die zweite – und letzte – Fernsehdebatte vor der Präsidentschaftswahl am 23. April statt. Weder Marine Le Pen noch Francois Fillon wirkten laut Umfragen in dieser Debatte besonders überzeugend und vergaben damit eine weitere Chance, dem Favoriten Emmanuel Macron Schaden zuzufügen. Ähnlich wie bei der ersten Debatte hielten die Zuschauer den Kommunisten Jean-Luc Mélenchon und den links-liberalen Macron für deutlich überzeugender. Insgesamt war die Woche eher von Unsicherheit geprägt als von Optimismus: Dafür spricht die Entwicklung bei besonders sicheren Vermögenswerten wie Gold, dem Yen oder den 10-jährigen Bunds. Hinzu kam am Mittwoch die Veröffentlichung der Fed-Minutes für die März-Sitzung, die den Aktienmärkten zusetzten. Demnach wurde bei der Sitzung aktiv über eine Reduzierung der Zentralbank-Bilanz diskutiert, darüber hinaus äußerten einige Mitglieder explizit Bedenken über die Bewertungsniveaus an den US-Aktienmärkten. Wie die Entwicklung im DAX zeigt, bescherten vor allem die Minutes den Märkten in dieser Woche ihre Verluste.

Der Stoxx Europe Index verlor in der vergangenen Woche insgesamt etwa 0,5 %. Viele Sektoren lagen allerdings unter diesem Durchschnittswert, wie der Banken- und Telekommunikationssektor exemplarisch zeigen. Diese Rückgänge wurden teilweise ausgeglichen durch den Zuwachs von den Sektoren Öl und Gas und Chemie. Die Aktien dieser Sektoren stiegen in dieser Woche – auf Basis von Spekulationen über eine Verlängerung der Produktionskürzungen über Juni hinaus – mit dem Ölpreis an.

Die kommende Woche wird vor allem für die Aktienmärkte spannend. Neben dem lange erwarteten Treffen der Staatslenker Chinas und der USA stehen in den nächsten Tagen viele wichtige Termine an. Am Freitag werden in den USA die Beschäftigungszahlen für März veröffentlicht, worauf vor allem mit Bezug auf die Geldpolitik der Fed zu achten sein wird. Der private ADP-Report zeigte bereits ein Job-Wachstum von 263.000 Stellen im März, was deutlich über den Erwartungen lag. Nach dem eher vorsichtigen Statement bei der Fed-Sitzung im März und dem mahnenden Charakter der darauf basierenden Minutes, könnte ein starker Arbeitsmarktbericht wieder Gerüchte befeuern, dass es in diesem Jahr doch noch mehr als zwei Zinsanhebungen geben könnte. In der kommenden Woche geht es im S&P 500 auch mit der Berichtssaison für einige große Finanzunternehmen im ersten Quartal los. Gerade die Banken und ihre Aktienkurse haben in den Monaten seit der US-Wahl starke Zuwächse erlebt. Die kommende Woche könnte daher wegweisend werden, ob es in der Form weiter geht.