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Die von Janet Yellen geleitete Fed behält das Tempo bei den Zinsanhebungen bei (©GettyImages)
Rentenmärkte
17.03.2017

Die langfristigen Renditen sind nach dem Zinsschritt der Fed überraschenderweise gefallen. Einige Investoren hatten offensichtlich erwartet, Fed-Präsidentin Yellen werde eine raschere Gangart bei den weiteren Zinserhöhungen ankündigen, analysiert Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia.

Die US-Notenbank hat bei ihrer geldpolitischen Sitzung am 15. März den Leitzins um 25 bp auf die Bandbreite von 0,75 bis 1,0 % angehoben. Das war erwartet worden. Überrascht haben dagegen die Marktreaktionen. So sind die zehnjährigen Treasury-Renditen nicht etwa gestiegen, sondern gefallen (derzeitige Stand: 2,52 %). Der Dollar wurde schwächer und die Aktienmärkte reagierten freundlich. Was war passiert? Die wichtigste Botschaft der Fed-Sitzung war nicht die Zinserhöhung selber, denn diese war an den Märkten bereits eingepreist. Vielmehr ging es um die Frage, ob die Fed das Tempo bei den Zinsanhebungen steigern werde. Und da gab es eine recht eindeutige Absage: Der so genannte Dot-Chart, in dem deutlich wird, welches Zinsniveau die Fed-Mitglieder im Laufe diesen Jahres für angemessen halten, lässt unverändert auf insgesamt drei Zinserhöhungen in diesem Jahr schließen. Viele Marktteilnehmer hatten bereits gemutmaßt, die Fed könne vier Zinsschritte anstreben.

Während die zehnjährigen Bund-Renditen parallel zu den US-Titeln gesunken sind, macht sich Erleichterung an den Märkten darüber bemerkbar, dass in den Niederlanden die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders überraschend deutlich auf dem zweiten Platz hinter der Partei des regierenden Ministerpräsidenten Mark Rutte gelandet ist. Der Ausstieg der Niederlande aus der EU ist damit vom Tisch. Auch ist die Gefahr gesunken, die europafeindlichen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen aus Frankreich könne dadurch Rückenwind bekommen.

Den Umfrageergebnissen in Frankreich zufolge kann man hier auf den ersten Blick auch einigermaßen beruhigt sein, da der linksliberale Kandidat Emmanuel Macron gute Chancen hat, in die Stichwahl zu kommen und dort im direkten Vergleich mit der Front National-Kandidatin Marine Le Pen mehr als 20 Prozentpunkte vorne hat. Risiken gibt es dennoch: Wenn etwa die beiden linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon und Benoît Hamon eine Allianz bilden würden, besteht die Gefahr, dass der entsprechende Kandidat es doch in die Stichwahl kommt und gegen Marine Le Pen antritt. Letztere hätte in dieser Konstellation eine Chance auf den Sieg.

In den kommenden Tagen dürften die Märkte zunächst die Fed-Pressekonferenz verdauen und darüber hinaus auf das G-20 Treffen der Finanzminister (17.3.) und der Eurofinanzminister (20.3.) schauen. Bei letzterem Treffen könnte Griechenland erneut eine Rolle spielen, da eine neue Kredittranche im Rahmen des dritten Hilfsprogramms weiterhin auf eine Genehmigung wartet. Eine noch größere Aufmerksamkeit dürfte jedoch das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump am 17.3. auf sich ziehen. Das Gespräch ist zwar in erster Linie als Kennenlern-Treffen zu werten, findet aber vor dem Hintergrund der Vorwürfe Amerikas gegen Deutschland statt, der deutsche Handelsbilanzüberschuss mit den USA sei viel zu hoch und „nicht fair“. Konjunkturseitig ist vor allem auf die PMI-Indikatoren der Eurozone zu achten, die von einem ordentlichen Niveau möglicherweise noch einmal zulegen. Insgesamt ist mit einem Anstieg der langfristigen Bund-Renditen zu rechnen.