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Den Marktforschern von Gartner zufolge wurden im Jahr 2016 weltweit mit Services in der Public Cloud rund 204 Milliarden US-Dollar umgesetzt (© Getty Images)
Cloud Computing für den Mittelstand
15.02.2017

Um die steigende Flut von Daten zu bewältigen, setzt eine hierzulande zunehmende Zahl von Mittelständlern auf Cloud Computing – Anbieter müssen aber noch mehr in die Sicherheit ihrer Cloud-Provider investieren, um die Unternehmen zu überzeugen.

IT-Ressourcen je nach Bedarf aus dem Internet beziehen, anstatt aufwändig in eine eigene IT-Infrastruktur zu investieren - zu Cloud-Lösungen entschlossen sich 2016 eine zunehmende Zahl von Unternehmen. Dem Marktinstitut Canalys zufolge ist der weltweite Markt für Cloud-Infrastrukturen im Jahr 2016 um 49 Prozent gewachsen. Eine Erkenntnis der sich dem Ende neigenden Berichtssaison in den USA war auch, dass Technologieunternehmen wie Amazon oder Microsoft mit dem einstigen Nischengeschäft Cloud Computing wachsende Umsätze erzielen, aber auch stärker miteinander in Konkurrenz stehen - Marktführer ist Amazon, gefolgt von Microsoft, Google und IBM. Auch die deutsche SAP und Salesforces mischen im Markt mit. Wenig erstaunlich, angesichts des Marktpotenzials. Den Marktforschern von Experton zufolge belief sich der Umsatz mit Cloud Computing im B2B-Bereich in Deutschland im Jahr 2016 insgesamt auf rund 12,2 Milliarden Euro. Laut Gartner wurden im Jahr 2016 weltweit mit Services in der Public Cloud rund 204 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

Auch in Deutschland nutzen Mittelständler und Familienunternehmen zunehmend die "virtuelle Wolke". Die Zahlen des "Cloud Monitors" von KPMG lassen den Schluss zu, dass sich das Public Cloud-Modell zunehmend im deutschen Cloud-Markt durchsetzt. Unterschiede bei der Verbreitung gibt es allerdings hinsichtlich der Unternehmensgröße: Von den kleineren und mittleren Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern nutzt rund jedes vierte Public Cloud-Dienste. Bei Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern ist es jedes dritte. Naturgemäß am verbreitetsten ist die Cloud bei Unternehmen der ITK-Branche, dahinter folgen Banken und Unternehmen der Verkehrs- und Logistikbranche, von denen jedes dritte Unternehmen Public Cloud-Dienste nutzt. Besonders auffällig war laut KPMG mit 18 % der Zuwachs bei Banken. Am Ende des Rankings standen Versicherungen und Handel.

Hauptgrund für eine Zurückhaltung ist die Angst vor einem unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Der Studie zufolge äußerte nahezu jedes zweite Unternehmen diese Befürchtung, ebenso wurde die Sorge um den Verlust von Daten geäußert. Nach der unter 120 Geschäftsführern und Vorständen von KMUs erhobenen nicht repräsentativen Studie „Hardware-Einsatz in Deutschland“ gaben noch 2015 drei von vier Geschäftsführern und Vorständen aus dem Mittelstand an, lieber eigene Server in ihren Firmen stehen zu haben, statt die Daten in die Cloud auszulagern. „Für den Mittelständler ist es wichtig, dass es gefühlssicher ist,“ sagt Andreas Gölkel, Co-Gründer eines Bilderverwaltungsdienstes, der eine Datenbox entwickelt hat, bei der Nutzer selbst entscheiden können, welche Daten sie speziell schützen und welche sie öffentlich zugänglich machen wollen. Die Zurückhaltung des Mittelstands wird sich in dem Maße auflösen, indem die IT-Verantwortlichen Vertrauen in Cloud Computing aufbauen, heißt es in einer Studie von PwC.  Viele potenzielle Nutzer im Mittelstand würden ihre mögliche Skepsis gegenüber Cloud Computing dann ablegen, wenn sie sehen, wie andere Unternehmen davon profitieren, zum Beispiel durch Einsparungen bei der Datenarchivierung. Zudem hätten laut KPMG viele Cloud-Provider massiv in die Sicherheit investiert und Rechenzentren in Europa und speziell in Deutschland aufgebaut, um zu gewährleisten, dass Daten im Rechtsgebiet der Europäischen Union bleiben.