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Wochenbarometer
10.02.2017

„Die Ergebnisse der Quartalsberichte enttäuschten die Anleger. Die Geduld der Finanzmärkte mit den Versprechen Trumps schwindet von Woche zu Woche“, erklärt HSH-Analyst Patrick Harms.

Die Aktienmärkte gaben in dieser Woche kein einheitliches Bild ab. Der S&P 500 gewann im Vergleich zur Vorwoche 0,83% und lag zuletzt bei 2295 Punkten. Eurostoxx blieb nahezu unverändert bei 3252 Punkten und der DAX verlor 0,4%. Zuletzt lag der deutsche Aktienindex bei einem Wert von 11562. Der Fokus lag in dieser Woche weniger auf neuen Einlassungen oder Beschlüssen des neuen US-Präsidenten, sondern vor allem auf neuen Ergebnissen der Berichtssaison. Während es im S&P 500 in dieser Woche erfreulich weiter ging (insgesamt überraschten die Unternehmensgewinne positiv, um: 3,4 %), während die Ergebnisse im DAX in dieser Woche weniger erfreulich waren. Die Gewinne der DAX-Unternehmen liegen gegenwärtig 8,5 % über den Erwartungen, das Ergebnis ist aber vor allem von den starken Siemens-Gewinnen getrieben, die bereits in der Vorwoche veröffentlicht wurden.

Die Veröffentlichung der Quartalszahlen führt oft dazu, dass in dieser Zeit die Heterogenität in der Kursentwicklung der Unternehmen größer wird. Die Grafik unten zeigt das deutlich: Während der DAX insgesamt keine besonders gute Woche hinter sich hatte, ist das nicht auf alle Branchen zu verallgemeinern. So konnten die kleinen Branchen der zyklischen Konsumgüter und die Energieversorger ihren Aufwärtstrend in dieser Woche weiterführen. Nicht gut verlief die Woche hingegen für die Sektoren Materials (-1,98 %), Konsumgüter (-1,65 %) sowie die Finanzbranche (-0,38 %). Die Gewinne der Commerzbank enttäuschten und lagen um 12 % unter den Gewinnerwartungen, die Münchener Rück berichtete Gewinne, die um etwa 24 % unter den Analystenschätzungen lagen. Noch stärker bergab ging es im Materials-Sektor: Der Gewinn von ThyssenKrupp lag mehr als 50 % unter den Erwartungen.

In den USA ging es vor allem am vergangenen Freitag mit den Aktienkursen nach oben. Das von Trump unterzeichnete Dekret, das Regulierungen in der Finanzbranche lockern soll, hinterließ selbst im Bankensektor keine Spuren. Die Arbeitsmarktzahlen (+227.000 neue Stellen bei moderatem Lohnwachstum) hingegen wurden als positives Konjunktursignal aufgenommen. Seitdem hat die Euphorie an den Aktienmärkten aber auch in den USA wieder nachgelassen. Neben den zu veröffentlichenden Quartalszahlen sollte in der kommenden Woche auch auf Konjunkturdaten geachtet werden (BIP Eurozone und Deutschland). Derweil dürfte die Geduld der Finanzmärkte mit dem US-Präsidenten langsam weiter schwinden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die hohen Erwartungen an Steuergeschenke und Infrastrukturprogramme enttäuscht werden, steigt von Woche zu Woche. Bisher scheint der neue US-Präsident seinen Fokus nicht auf jene Maßnahmen zu legen, die an den Finanzmarkten große Hoffnungen ausgelöst hatten.