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World Economic Forum 2017
17.01.2017

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos wirbt auch 2017 dafür, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. WEF-Gründer Klaus Schwab warb schon in seiner Pressekonferenz zur Eröffnung für die Globalisierung und den grenzüberschreitenden Handel – eine Botschaft an einen, der nicht in die Schweiz reisen wird: Donald Trump

Fordert einen Ausgleich von Gewinnern und Verlierern der Globalisierung: WEF-Gründer Klaus Schwab

Fordert einen Ausgleich von Gewinnern und Verlierern der Globalisierung: WEF-Gründer Klaus Schwab

Bereits im Jahr 1971 gründete der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab das „European Management Forum“, dass seit 1987 als „World Economic Forum“ (WEF) firmiert. Traditionell gehen von dem Jahrestreffen des Forums, welches im Januar oder Februar in Davos stattfindet und zum dem sich ausgewählte Politiker und Vertreter von Wissenschaft und NGOs treffen, wichtige Impulse und Botschaften aus. Auch beim diesjährigen Gipfel wird dies nicht anders sein.

Bei einer Pressekonferenz las Klaus Schwab einen Text vor, in dem er vor Populismus warnt und anmahnte, dass die Globalisierung sich nicht nur für eine Elite, sondern für die Mehrheit der Bevölkerung lohnen müsste. Die Pointe hielt sich der WEF-Gründer für den Schluss auf: Jenen Text, der die heutige Diskussion auf den Punkt bringt, hatte Schwab vor 20 Jahren geschrieben. Damals wie heute gelte, dass „jeder Versuch, die komplexen globalen Herausforderungen mit einfachen Lösungen anzugehen, zum Scheitern verdammt ist.“ Das sagte Schwab auf der Pressekonferenz, und schob ein Plädoyer für einen gesellschaftlichen Ausgleich nach: "Jede Marktwirtschaft bringt Gewinner und Verlierer hervor. Nachhaltig ist das System nur, wenn es zwischen Gewinnern und Verlierern genug Solidarität gibt." Das Schwab damit die nach Davos reisenden Politiker, Unternehmer und Investoren adressiert, ist schon am diesjährigen Motto des WEF deutlich zu erkennen: „responsive and responsible leadership“. Führung darf nicht den Kontakt zu den Menschen verlieren, und muss veranwortlich handeln. Versäumt sie das, droht sie das Vertrauen der Menschen zu verlieren. Schwab warb auf der Pressekonferenz dafür, die Globalisierung zu stärken und ihr eine soziale Komponente zu geben. Er erwähnte die grassierende Jugendarbeitslosigkeit, gerade in Afrika. Doch in den westlichen Ländern werden Globalisierung und weltweiter Wettbewerb zunehmend hinterfragt – Brexit-Votum und die Wahl Donald Trumps legen dafür Zeugnis ab.

Vielleicht sind die heftigen weltpolitische Umbrüche auch ein Grund dafür, dass sich das WEF 2017 mit über 3000 Spitzenpolitikern, Wirtschaftslenkern und Wissenschaftlern eines Rekordzulaufs erfreut. Nicht dabei ist der kommende US-Präsident Donald Trump. Er war nicht eingeladen, wie Klaus Schwab gegenüber Bloomberg bekannte. Dem Handelsblatt zufolge ist aber Trump-Berater Anthony Scaramucci vor Ort.

So dürfte neben dem neuen UN-Generalsekretär Antonio Guterres wohl Chinas Präsident Xi Jinping der bedeutendste Besucher sein. Angela Merkel fehlt das zweite Jahr in Folge, sie wird durch Wolfgang Schäuble vertreten. Das ganz große Geld fehlt dagegen nicht: So reisen u.a. Spitzenmanager aller großen Staatsfonds an. Dabei sind auch Ray Dalio vom weltgrößten Hedgefonds Bridgewater, Blackrock-Chef Larry Fink sowie Microsoft-Gründer Bill Gates, der reichste Mensch der Welt. In den kommenden Tagen dreht sich in Davos auf den Diskussionen, Vorträgen und Workshops des WEF viel um die Themen Leadership, Weltkonjunkturbelebung, Kapitalismus-Reform sowie die digitale Transformation und ihre Auswirkung auf Beschäftigung und Wohlstand – für Begegnungen und Spaziergänge bietet sich den Gästen dabei nicht nur der Konferenzsaal, sondern auch in die traumhafte Winterlandschaft Graubündens an.

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