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Immobilien
13.10.2016

Die größte Immobilienfachmesse Europas, die „Expo Real“, hat zum 19. Mal ihre Tore geschlossen. Peter Axmann, Leiter Immobilienkundengeschäft bei der HSH Nordbank, zieht Bilanz.

Die HSH Nordbank war auf der Expo Real, der größten Fachmesse für Immobilien und Investitionen in Europa, auch in diesem Jahr mit einem eigenen Stand vertreten

Die HSH Nordbank war auf der Expo Real, der größten Fachmesse für Immobilien und Investitionen in Europa, auch in diesem Jahr mit einem eigenen Stand vertreten.

Wie lief die Messe für die HSH Nordbank? Und wie ist die Stimmung in der Branche?
Die Wirtschaftslage in Deutschland ist gut, der Markt weiter stabil – auch wenn die Kurven langsam abflachen. Die Nachfrage nach Finanzierungen ist aber nach wie vor hoch – damit war die Stimmung auf der B-to-B-Messe entsprechend gut. Wir profitieren von unserer guten Marktdurchdringung und können uns die Objekte aussuchen, die wir finanzieren wollen. Das ist wertvoll, da die Qualität der Immobilien, die wir sehen, langsam abnimmt.

Heißt das, dass Sie eine neue Immobilienblase auf uns zukommen sehen?
Nein, der Markt wird zwar reifer, aber eine Blase sehe ich nicht. Denn im Gegensatz zur Situation in 2006 sind die Banken heute viel regulierter und disziplinierter. Zum einen sind die sogenannten Loan-to-values, die das Verhältnis des Kreditbetrags zum Wert einer Immobilie beschreiben, deutlich niedriger als damals. Zum anderen wird heute fast ausnahmslos nur dort gebaut, wo es auch wirklich Bedarf gibt - das war vor der letzten Krise nicht immer so.

Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden der HSH Nordbank (Foto: ©Marco Grundt)

Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden der HSH Nordbank (Foto: ©Marco Grundt)

Wir befinden uns ja schon seit geraumer Zeit in einem Niedrigzinsumfeld. Wann werden die Zinsen wieder anziehen?
Ich rechne nicht damit, dass die Zinsen in den kommenden zwei Jahren steigen, da sie mit Blick auf einige südeuropäische Länder von der EZB politisch niedrig gehalten werden. Damit verlängert sich der Zyklus zwar, aber irgendwann werden die Zinsen wieder anziehen. Im Gegensatz zur damaligen Krise wird es allerdings dieses Mal die Banken nicht treffen. Denn heute fordern die Banken, eine deutlich über dem aktuellen Zinsniveau liegende Kapitaldienstfähigkeit der Objekte, um bei künftigen Zinssteigerungen einen Puffer zu haben.

Wonach schauen denn die Projektentwickler und Immobilieninvestoren, womit lässt es sich noch Geld verdienen?
Der deutsche Markt ist schon ziemlich leer gefegt. Es gibt kaum noch angemessen bepreiste Grundstücke, egal ob für den Neubau von Wohn-, Handels- oder Büroimmobilien. Für Investoren werden Objekte in mittleren Lagen der gefragten Metropolen oder auch Top-Immobilien in B-Städten immer interessanter. Sie können aufgrund höherer Anfangsrenditen und zumeist geringerer Modernisierungs- und Renovierungskosten bei Mieterwechseln eine kluge Alternative zu Core Immobilien sein. Auch im Nischenmarkt der Logistikimmobilien sehen wir derzeit eine erhöhte Nachfrage, da sie etwas mehr Rendite abwerfen.

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