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Fed-Zinsschritt im Dezember wird wahrscheinlicher

14.10.2016

Der schwache Beginn der Berichtsperiode im dritten Quartal könnte auf eine Fortsetzung der „Gewinnrezession“ in den USA hindeuten. Wie reagiert die Notenbank?

Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank rückt näher (© Getty Images)

Der schwache Beginn der Berichtsperiode im dritten Quartal könnte auf eine Fortsetzung der „Gewinnrezession“ in den USA hindeuten. Wie reagiert die Notenbank?

Die Aktienmärkte verzeichneten in der vergangenen Woche teilweise deutliche Kursverluste. Der DAX verlor 0,73% im Vergleich zur Vorwoche. Der S&P 500 verlor 0,84% und liegt damit nun bei 2139 Punkten. Am stärksten getroffen hat es den Eurostoxx, der wieder unter die Marke von 3000 fiel. Ursächlich für die Kursverluste war unter anderem – spiegelbildlich zu den Rentenmärkten – der Anstieg der Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember um insgesamt 5 Prozentpunkte. Die Renditeanstiege machen die risikoärmeren Anleihen im Vergleich zu Aktien deutlich attraktiver. Die ersten Zahlen der Berichtssaison für Q3 in den USA belasteten die Aktienmärkte ebenfalls: Die vom Aluminiumkonzern Alcoa veröffentlichten Gewinndaten für das dritte Quartal fielen um 6% niedriger aus als von Analysten erwartet. Diese Nachricht wurde als Indiz dafür gewertet, dass die Berichtssaison insgesamt wieder einmal eine Enttäuschung werden könnte. Im Vergleich zum Vorjahr haben Analysten – für den S&P 500 – bereits einen Gewinnrückgang von 2,1% prognostiziert. Dies wäre das sechste Quartal mit negativem Gewinnwachstum in Folge. Eine deutliche Unterschreitung der bereits pessimistischen Prognose könnte dem Index schwer zusetzen. Mit den Indizes ging es deutlich bergab als die enttäuschenden Außenhandelsdaten aus China veröffentlicht wurden. Die schwachen Export- und Importzahlen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt riefen den Marktteilnehmern schlagartig wieder das Risiko einer konjunkturellen Abkühlung in den Emerging Markets ins Gedächtnis und so verlor der DAX zum Handelsstart an diesem Donnerstag knapp 150 Punkte.

Die Aktienmärkte zeigten sich in dieser Woche wieder schwankungsanfällig, dies gilt vor allem für die USA. Der Anstieg um bisher 6 Punkte bringt das Volatilitätsmaß des S&P 500 (VIX) (siehe Grafik unten) auf ein ähnliches Niveau wie Mitte September. In den USA lässt sich der jüngste Anstieg mit diversen Risikofaktoren erklären: Zum einen rückt die Präsidentschaftswahl immer näher, wobei sich das Klima zwischen den Kandidaten in den letzten Wochen merklich vergiftet hat. Hinzu kommt die gestiegene Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung seitens der Fed im Dezember. Dies ist zwar Ausdruck der Gesundung der US-Wirtschaft, Aktien als Anlageform leiden aber tendenziell unter steigenden Zinsen. Außerdem könnte der schwache Beginn der Berichtsperiode im dritten Quartal auf eine Fortsetzung der „Gewinnrezession“ in den USA hindeuten und auf Anleger daher aufgrund sinkender Dividendenerwartungen abschreckend wirken. Von all diesen Faktoren ist die Eurozone nur mittelbar betroffen. Daher fielen die Anstiege der Volatilität bei den hiesigen Indizes deutlich moderater aus.

Seit dem Ende der Phase sehr niedriger Volatilität nach dem Brexit-Votum deutet derzeit vieles darauf hin, dass es im Herbst eher unruhig weitergehen wird. Der Fokus dürfte sich an den Märkten mit Beginn der Berichtssaison wieder stärker zu den Einzeltiteln verlagern. Das dritte Quartal ist zudem die erste vollständige Periode seit dem Brexit-Votum. Insbesondere in Europa werden daher die Ergebnisse der Unternehmen mit Spannung erwartet.