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Wochenbarometer
28.10.2016

"Die in den letzten Wochen von den Fundamentaldaten geprägten Aktienmärkte erhielten in dieser Woche auch von der Makro-Seite einen leichten Dämpfer", sagt HSH-Nordbank-Analyst Patrick Harms.

Die Aktienmärkte zeigten in dieser Woche keine großen Ausschläge (© Getty Images)

Die Aktienmärkte zeigten in dieser Woche keine großen Ausschläge (© Getty Images)

An den Aktienmärkten ergab sich in dieser Woche eine Seitwärtsbewegung. Der DAX durchbrach zwar zwischenzeitlich die Marke von 10.800 Punkten, legte per Saldo aber nur 0,81 % zu. Der Eurostoxx stieg um 0,93 %, der S&P verlor 0,06 %. Im DAX haben bisher erst acht der dreißig Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Bei Daimler entsprachen die Umsätze im dritten Quartal in etwa den Erwartungen, die Gewinne lagen aber deutlich darüber. Dennoch fiel der Kurs der Aktie nach der Veröffentlichung der Zahlen am Freitag (21.10.), vor allem deshalb weil der Konzern für den Rest des Jahres seine Prognosen senkte.

Auch das von der Marktkapitalisierung her größte Unternehmen im DAX, SAP, veröffentlichte seine Zahlen am Freitag. Der Umsatz des Software-Herstellers lag dabei 1,5 % über den Erwartungen, die Gewinne enttäuschten dagegen leicht. Dennoch wurde das Ergebnis an den Märkten positiv aufgenommen und der Aktienkurs legte zu. Die erste wirkliche Enttäuschung in dieser Berichtssaison brachte Bayer am Dienstag (25.10.) dem DAX ein. Vor allem die um 0,5 % unter den Erwartungen liegenden Umsätze störten die Anleger, was auch die knapp 5 % höher liegenden Gewinne nicht ausgleichen konnten. Die Deutsche Bank und Volkswagen – zwei krisengeschüttelte Unternehmen – überraschten die Anleger am Donnerstag (27.10.) ebenfalls mit starken Zahlen im dritten Quartal. Profitieren konnte hiervon vor allem VW. In der kommenden Woche wird sich dann zeigen, ob die Lufthansa-Aktie ihren Aufwärtstrend bestätigt und ob Adidas (in diesem Jahr der DAX-Titel mit der besten Performance) die Reihe an guten Meldungen fortführen kann.

Die Tabelle unten zeigt, wie die Berichtssaison in unseren drei betrachteten Indizes im Aggregat verlaufen ist. Natürlich sind die bisherigen Ergebnisse verschieden aussagekräftig: Während im S&P und im Eurostoxx bereits beinahe die Hälfte der Unternehmen Zahlen veröffentlicht haben, sind es im DAX erst rund ein Drittel. Dennoch ist bereits eine Tendenz erkennbar: Überraschend stark fielen bisher die Gewinnzahlen im S&P und im DAX aus, im Eurostoxx eher verhalten. Mit einer positiven Überraschung von fast 6 % beim S&P und 4 % beim DAX sind dies die einzigen Zahlen, die eindeutig über den Erwartungen liegen. Auch deshalb nimmt der S&P Woche für Woche Kurs auf neue Rekordhochs und der Eurostoxx bewegt sich weiterhin seitwärts.

Die in den letzten Wochen von den Fundamentaldaten geprägten Aktienmärkte erhielten allerdings in dieser Woche auch von der Makro-Seite einen leichten Dämpfer: An den Märkten ist nun eine Zinsanhebung in den USA beim Dezember-Meeting der Fed mit 72 % beinahe vollständig eingepreist und der Ölpreis hat seinen Höhenflug schon wieder beendet. In den kommenden zwei Wochen dürften die Märkte – vor allem in den USA – dann auch auf die heißeste Phase im US-Wahlkampf (es sind noch weniger als zwei Wochen bis zur US-Wahl am 8.11.) einschwenken. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, sind viele Investoren auf Seiten Hillary Clintons. Sollte es also nochmal knapp werden, wird dies ein negativer Schock für die Aktienmärkte sein.

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