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Rententrends 09/2016
29.09.2016

Die Finanzmärkte waren in den vergangenen Wochen von Verunsicherung geprägt. Die Renditen stiegen zeitweise und die Aktien gaben nach. Die Notenbanken dürften dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben. In den kommenden Monaten drohen erneute Turbulenzen, vor allem von der politischen Seite.

Die Präsidentschaftswahlen in den USA werden eine Richtungsentscheidung (©Getty Images)

Die Präsidentschaftswahlen in den USA werden eine Richtungsentscheidung (©Getty Images)

Am 8. November 2016 entscheiden die Amerikaner, wer in den nächsten vier Jahren Präsident der Vereinigten Staaten sein wird. Derzeit liegt Clinton mit 3 Prozentpunkten vor Trump, aber die Umfragewerte ändern sich täglich. Ende Juli lag Trump zeitweise vorne und vor wenigen Tagen betrug der Vorsprung Clintons nur ein Prozentpunkt. Darüber hinaus ist das Wahlsystem in den USA kompliziert und unübersichtlich und macht daher die Vorhersage des Wahlausgangs besonders schwierig. Die Präsidentschaftsdebatten am 26. September und am 9. und 19. Oktober, bei denen die beiden Kandidaten im Fernsehen gegeneinander antreten, können möglicherweise ein klareres Bild liefern. Letztlich muss man sich aber mit einem Szenario Trump als Präsidenten auseinandersetzen, da dies eine reale Möglichkeit darstellt. Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen ein derartiges Wahlergebnis auf die globalen Finanzmärkte hätte.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Donald Trump unberechenbar erscheint und insofern für Unsicherheit sorgen wird. Wir sind jedoch der Meinung, dass bei der Wahl von Trump Panik nicht angebracht ist. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine der ältesten Demokratien der Welt, die bereits viele Präsidenten und Krisen überstanden hat, ohne dass ihre Institutionen gefährdet gewesen wären. Innenpolitisch kann Trump ohne den Kongress, bei dem die gesetzgeberische Kompetenz liegt, wenig ausrichten. Außenpolitisch hat der Präsident jedoch deutlich mehr Macht und dürfte den Freihandel tendenziell beeinträchtigen. Sorgen bereitet auch die Haltung Trumps zur Nato. So hat er angekündigt, den europäischen Mitgliedern nicht unbedingt beizustehen, wenn es zu einem Angriff auf Natomitgliedsländer käme. Letztlich deutet das darauf hin, dass die USA unter Trump militärisch an Einfluss verlieren dürften.

Sollte Trump die Wahlen am 8. November gewinnen, dürfte es an den globalen Aktienmärkten zu recht starken, jedoch nur temporären Einbrüchen an den Aktienmärkten kommen. Ein Referenzereignis ist möglicherweise der Brexit, der den Aktienmärkten zunächst kräftig zusetzte, aber nach wenigen Wochen kaum noch Spuren hinterließ. Auch beim Brexit handelte es sich um ein Geschehnis, das insbesondere außerhalb der USA die meisten Marktbeobachter lange Zeit für äußerst unwahrscheinlich angesehen hatten und das sie dann um so mehr überrascht hat.

Geht man in die einzelnen Branchen, so dürften Aktien aus dem Ölsektor sowie Infrastrukturaktien unter Trump weniger leiden. Denn Trump hat angekündigt, die Regulierungen und Umweltschutzvorschriften für das Ölfracking zu lockern und zudem sollen die Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Sollten die Steuererleichterungen wie angekündigt in Kraft treten, von denen auch Hochvermögenden bzw. Spitzenverdiener betroffen wären, könnte das Luxusgüterherstellern helfen.

In den vergangenen 45 Jahren haben die Aktienmärkte im Durchschnitt unter demokratischen Präsidenten besser abgeschnitten als unter republikanischen. Angesichts anderer externer und wesentlich wichtigerer Einflussfaktoren in diesem Zeitraum(u.a. Ölkrise, Internetblase, 9/11, Finanzmarktkrise) ist der Blick in die Vergangenheit an dieser Stelle ein wenig nützliches Konzept.