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23.09.2016

Die Fed-Sitzung vom Donnerstag brachte keine Überraschungen. Der Leitzins bleibt zunächst unangetastet – die Aktienmärkte reagierten positiv.

Fed Chefin Janet Yellen ließ den Leitzins am Donnerstag zunächst unberührt. (©Getty Images)

Fed Chefin Janet Yellen ließ den Leitzins am Donnerstag zunächst unberührt. (©Getty Images)

Die gestrige Fed-Sitzung (21.9.) hatte kein großes Überraschungspotenzial. Die Fed ließ, wie von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet, die Fed Fund Rate in der Bandbreite zwischen 0,25%-0,5%. Der Zinsschritt könnte somit, wie auch schon im vergangenen Jahr, zu Weihnachten erfolgen. Die amerikanischen Zentralbanker machten in ihrer Stellungnahme klar, dass „die Argumente für eine Zinsanhebung stärker geworden sind“. Sie wollten aber noch warten, bis sich die Volkswirtschaft den geldpolitischen Zielen –Vollbeschäftigung und Preisstabilität – weiter annä- hert. Aus den Projektionen der Fed geht hervor, dass die amerikanische Notenbank bei der weiteren geldpolitischen Straffung dieses sowie nächstes Jahr noch behut- samer vorgehen will als gedacht. So schätzen die Mitglieder des Offenmarktaus- schusses die durchschnittlichen Leitzinserwartungen für 2017 und 2018 um 50 Ba- sispunkte niedriger ein, bei 1,1% bzw. 1,8%. Damit tragen sie verringerten Wachs- tums- und Inflationserwartungen Rechnung. Trotz der etwas positiveren Einschät- zung der jüngsten Konjunkturdaten revidierte die Fed die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft für 2016 von 2% auf 1,8 % herab. Außerdem rechnen die Noten- banker damit, dass die Inflation erst 2018 die Zielmarke von 2% erreichen wird. Mit dem heutigen Tag scheint eine Zinsanhebung im Dezember wahrscheinlich, al- lerdings könnte die Unsicherheit in den kommenden Monaten intensiver werden, insbesondere wegen der bevorstehenden US-Wahlen am 8. November. Auch macht der Blick auf die vielzähligen Stimmungsindikatoren deutlich, dass durchaus mit einer Verlangsamung des US-Wachstums gerechnet werden muss.

Auch die Bank of Japan (BoJ) beließ den Leitzins auf dem derzeitigen Niveau. Der Strafzins auf Teile der Überschussreserven, der Einlagensatz, blieb bei -0,1%. Nichtsdestotrotz hat die BoJ mit einer Änderung ihrer geldpolitischen Maßnahmen auf die anhaltende Verfehlung ihres Inflationsziels (2%) reagiert. Die BoJ versucht nun direkt die Steuerung der Zinsstrukturkurve. Ziel ist es, wieder eine steilere Kurve zu generieren, so dass sie künftig verstärkt am kurzen Ende aktiv sein wird. Dazu wurden die bisherigen festen Parameter für ihre Anleihekäufe (Kaufvolumen & Laufzeitbänder) abgeschafft. Damit fokussiert sich die nippon‘sche Geldpolitik auf die Akzentuierung der Zinspolitik und nicht so sehr auf die reine Ausweitung der quantitativen Instrumente.

Die Renditen der Staatsanleihen zeigten sich davon allerdings unbeeindruckt. Zehnjährige Bunds rentieren bei -0,05% und die Pendants aus den USA bei 1,5%. Die Aktienmärkte reagierten mit Kursgewinnen in den USA und in Asien. Der S&P 500 stieg um 20 Punkte an, die Aktienmärkte in Asien schlossen ihren sechsten Handelstag in Folge mit Kursgewinnen ab. Der Blick der Finanzmärkte richtet sich jetzt auf das Treffen der OPEC-Staaten in Algier in der kommenden Woche. Dort soll darüber beraten werden, die Rohölproduktion auf dem derzeitigen Niveau ein- zufrieren. Sollten die Verhandlungen über eine Produktionsobergrenze scheitern dürfte dies nicht nur den Ölpreis wieder unter Druck setzen. Entsprechend dürften dann die Renditen weiter nachgeben.

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