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02.09.2016

Leichter Renditeanstieg nach Jackson Hole. Spaniens Risikoprämien steigen wegen politischer Unsicherheit. Warten auf EZB und US-Daten.

Erholung und Entspannung - die EZB hat derzeit keinen Druck. (Foto: ©all mauritius images)

Erholung und Entspannung - die EZB hat derzeit keinen Druck. (Foto: ©all mauritius images)

Die letzten Tage waren geprägt von der jährlichen Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole. Die Rede von Fed-Chefin Yellen drehte sich in erster Linie darum, dass die Zentralbanken mit ihrem alten Vorkrisen-Instrumentarium vollkommen unzureichend ausgestattet waren und die neuen Instrumente (Anleiheankäufe, Einlagenzinsen, Transaktionen der Fed mit Nicht-Banken usw.) dauerhaft Bestandteil der zukünftigen Geldpolitik bleiben werden. Darüber hinaus bestätigte sie im Kern die „hawkishen“ Kommentare der Fed-Mitglieder im Vorfeld der Konferenz. An den Bondmärkten kam es in der Folge zu Renditeanstiegen von wenigen Basispunkten sowohl bei den US-T-Notes als auch bei den deutschen Staatsanleihen. Mit Spannung erwartet werden in der nächsten Berichtswoche die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktzahlen und die Sitzung der EZB. Insgesamt gibt es auf Sicht der nächsten Tage leichtes Aufwärtspotenzial bei US-Renditen, während die Bund-Renditen in Reaktion auf die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag bestenfalls seitwärts tendieren werden, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank.

An den Aktienmärkten überwog in dieser Woche die relativ optimistische Message, die Janet Yellen in Jackson Hole über die US-Konjunktur verbreitete, die Angst vor einem baldigen Zinsschritt. Der DAX konnte um 0,5% zulegen und liegt, vor allem getrieben von der Finanzbranche, derzeit über der 10600er-Marke.

Da der EZB in ihrem Quantitative Easing-Programm an manchen Stellen bald die verfügbaren Anleihen ausgehen werden, rechnen wir mit einer Ankündigung seitens der EZB über eine mögliche Anpassung der Kauf-Standards des Programms. Die Aktienmärkte würden davon tendenziell profitieren, wenn eine solche Anpassung als expansives Signal gesehen wird, denkt HSH-Analyst Patrick Harms.

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche kräftig unter Druck geraten. Die Nordseesorte Brent gab um 5% nach auf derzeit 47,5 US-Dollar je Barrel. Ursächlich für den jüngsten Rückgang war die Nachricht, dass das iranische Ölministerium anstrebe, die Ölförderung bis zum Jahresende auf 4 Mio. Barrel am Tag auszuweiten.

Desweiteren erwarten wir in den kommenden Monaten zusätzliches Angebot aus Russland. Trotz Preiseinbruch und Sanktionen konnte die russische Ölwirtschaft ihre Förderung stetig ausweiten. Öl-Experte Jan Edelmann erwartet daher einen weiteren Rückgang des Ölpreises in der nächsten Zeit.

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