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Wochenbarometer
09.09.2016

Enttäuschende Konjunkturdaten schicken Renditen in den Keller. EZB verzichtet auf weitere expansive Maßnahmen.

Die ohnehin geringen Erwartungen an die EZB-Sitzung wurden noch enttäuscht (Bild: ©All Mauritius Images)

Die ohnehin geringen Erwartungen an die EZB-Sitzung wurden noch enttäuscht (Bild: ©All Mauritius Images)

Aufgrund enttäuschender US-Konjunkturdaten sind in den vergangenen Tagen die zehnjährigen Renditen dies- und jenseits des Atlantiks gesunken. Zudem ging die Industrieproduktion in Deutschland kräftig zurück. Die Spekulation über eine Leitzinsanhebung bei der Fed-Sitzung am 21.9. ist vor dem Hintergrund der US-Daten praktisch vom Tisch, sagt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank.

Das Highlight der Berichtswoche war ansonsten die EZB-Sitzung am heutigen Donnerstag (8.9.). Die Erwartungshaltung an Maßnahmen war nicht groß, aber Notenbankchef Draghi gelang es auch diese Erwartungen noch zu enttäuschen. Die Inflations- und BIP-Prognosen wurden nur geringfügig angepasst, meint de la Rubia. Ein Schwerpunkt der Sitzung war die Verantwortung der Fiskalpolitik. So zitierte der Notenbankchef aus dem G20-Statement vom vergangenen Wochenende, wonach sich die Regierungen zu einer aktiven produktivitäts- und konjunkturstützenden Politik verpflichtet haben. Interessant war noch die ausweichende Haltung während der Pressekonferenz.

In der kommenden Berichtswoche sollte man auf die Zinsentscheidung der Bank of England achten sowie auf die Inflationsdaten und die Industrieproduktion in den USA. Die Renditen dürften durch diese Daten kaum Aufwärtsimpulse erhalten.