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29.07.2016

Brexit-Abstimmung überrascht Märkte und sorgt für gedämpftes Wachstum. Ölpreise bleiben voraussichtlich auf niedrigem Niveau bis Jahresende.

Ruhe nach dem Brexit-Sturm

Ruhe nach dem Brexit-Sturm (Bild: Mauritius Images)

Die Abstimmung für einen Brexit hat die Märkte überrascht und unsere Prognosen verändert. „Für 2017 sehen wir in der Eurozone ein gedämpfteres Wachstum mit 1,2 anstatt 1,5%“, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. Auch die Renditen der deutschen Staatsanleihen sind im Zuge des Votums erneut gesunken. Mit dem hohen Eigenkapitalbedarf der italienischen Banken ist eine weitere Gefahr in den Fokus gerückt, zumal noch keine konkrete Lösung zur Überwindung des Problems vorliegt, ist in der HSH Publikation nachzulesen.

Mit Blick über den Atlantik hinterlässt der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump, der in aktuellen Umfragen in Führung vor Konkurrentin Clinton liegt, noch keine sichtbaren Spuren an den US-Börsen und beim Wirtschaftswachstum. Dennoch wird vorerst keine Zinsanhebung seitens der Fed beschlossen werden.

China überzeugte im zweiten Quartal dieses Jahres mit einem starken BIP-Wachstum von 6,7% im Jahresvergleich. Dieses wird derzeit durch den privaten Konsum und öffentliche Investitionen in Infrastrukturprojekte getrieben. „Durch schwache private Investitionen gehen wir jedoch von einem geringeren BIP-Wachstum für das zweite Halbjahr aus“, so Günter Köhne, Länderanalyst der HSH Nordbank.

Auf den Aktienmärkten ist wieder Ruhe eingekehrt, fast alle Sektoren melden Daten auf Niveaus wie vor der Brexit-Umfrage, welche primär durch gute Quartalszahlen der Unternehmen gestützt wurden. Die Aktien aus dem Finanzsektor konnten sich jedoch noch nicht vom Brexit-Schock erholen, beobachtet HSH-Analyst Patrick Harms.

Auf den Devisenmärkten herrschte nach dem Brexit-Votum am 23. Juni kurzzeitig große Volatilität. Vor allem sichere Hafen-Währungen wurden sprunghaft nachgefragt. Nach der Niveauverschiebung ist mittlerweile einigermaßen Ruhe eingekehrt und andere politische und wirtschaftliche Faktoren beeinflussen die derzeitigen Bewegungen, so de la Rubia.

Nach den relativ hohen Ölpreisen im Juni hat sich das Blatt gewendet und die Preise für den Rohstoff haben in den letzten Wochen um mehr als 15% nachgegeben. Wir rechnen zukünftig mit einem deutlichen Nachfragerückgang nach Öl, besonders von Seiten der Industrieländer und wichtiger Schwellenländer wie etwa China. Jan Edelmann, Ölanalyst bei der HSH Nordbank, geht daher von einem Verbleib der Preise auf den derzeit niedrigen Niveau bis zum Jahresende aus.

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