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10.06.2016

Die Fed zieht die Uhren neu auf. Die Zinserhöhung im Juni wird wohl verschoben, und die Renditen bewegen sich in den USA wie auch Europa nach unten.

Der Zinsschritt der Fed wird wieder verschoben – und ist nun für Herbst prognostiziert. (Foto: picture alliance/KEYSTONE)

Ursache für den Renditenabfall war die Veröffentlichung schwacher US-Arbeitsmarktzahlen. Neben weitaus weniger neu geschaffenen Stellen in den vergangenen Monaten als erwartet, schieden auch viele Arbeitskräfte aus dem Arbeitsmarkt aus. „Die Zinsanhebung dürfte nun erst im dritten Quartal stattfinden“, sagt Patrick Harms, Analyst der HSH Nordbank. Voraussetzung hierfür sei aber ein robuster Arbeitsmarkt und ein weiteres Anziehen der Inflation. Auch die Brexit-Thematik, bei der sich ein Kopf-an-Kopf Rennen von Austritts-Befürwortern und -Gegnern abzeichnet, und die darauf folgenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten bleiben Risikofaktoren. Zudem sendete die US-Konjunktur gemischte Signale.

Die europäische Konjunktur, insbesondere in Deutschland, zeigte sich dagegen leicht positiv. „Ob es zu weiteren expansiven Maßnahmen der EZB im Herbst kommen wird, hängt neben der konjunkturellen Entwicklung im zweiten Quartal auch stark von der Inflationsrate ab“, so Harms weiter. Die Inflation ist trotz des jüngsten Ölpreisanstiegs weiterhin negativ im Jahresvergleich. Auch das diese Woche gestartete Ankaufprogramm von Unternehmensanleihen der EZB drücke die Renditen weiter. So fiel die Rendite für die 10-jährige Bundesanleihe am vergangenen Mittwoch auf ein Rekordtief nahe der Nulllinie.