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Rententrends 06/2016
10.06.2016

Das globale Wachstum wird spürbar dynamischer. Doch die schwachen US-Arbeitsmarktzahlen und Unsicherheiten wie der Brexit veranlassen die Fed voraussichtlich dazu, die Leitzinsanhebung weiter zu verschieben.

Satellitenbild des Hurricanes Sandy über New York, 2012. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Generell kann man von einer global moderaten Wachstumsdynamik sprechen. Aber einige innereuropäische und globale Unsicherheiten bedrohen diesen Wachstumspfad: der Brexit, die US-Präsidentschaftwahl und die Folgen der Politik der Europäischen Zentralbank sind nur einige Beispiele. Diese Unsicherheiten und die schwachen US-Arbeitsmarktzahlen hat die Fed nun offenbar dazu gebracht, ihre Leitzinsanhebung auf Juli oder September zu verschieben. Dennoch sieht Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, das Wirtschaftswachstum der USA 2016 weiterhin bei zwei Prozent.

Wie die Fed kann auch die EZB könnte im Herbst wieder unter Zugzwang geraten, wenn die Inflation im Euroraum weiterhin niedrig bleibt. Möglich seien weitere, neue expansive Schritte, meint HSH-Analystin Sintje Boie. Der Jahresauftakt war zwar von einem überraschend hohen Wachstumstempo geprägt, dieses sei aber in dem derzeitigen Umfeld nicht zu halten. Dennoch sieht die HSH Nordbank das Wachstum der Eurozone 2016 jetzt geringfügig höher als noch im Mai, bei nun 1,5 Prozent.

In China setzt sich derweil die sanfte Landung fort, wobei der hohe Schuldenstand besorgniserregend bleibt. Ob das angestrebte Wachstum von mindestens 6,5 Prozent ohne neue Schulden erreicht werden kann, ist fraglich. Andere Schwellenländer haben nach Meinung von Länderanalyst Günter Köhne weitaus gravierendere Probleme. Venezuela stecke aufgrund der Politik des Präsidenten Maduro und dem niedrigen Ölpreis in einer tiefen Rezession, die Türkei und Ägypten leiden unter dem Einbruch im Tourismus. Nach Ansicht von Carsten Pallas gilt das nicht für Russland: Die Russische Föderation könne sich schneller von der Krise erholen als erwartet. Auch Indien hat Zahlen für einen großen Aufschwung präsentiert und könnte demnach nun stärker als China wachsen. Zweifel an diesen offiziellen Statistiken sind aber angebracht.

Die Wechselkurse zeigten sich sehr abhängig von Spekulationen über den Zeitpunkt der US-Zinswende und Brexit Umfragewerten. Insbesondere der Euro und der Dollar seien volatil zum Japanischen Yen und reagierten stark auf neue Informationen zur Fed-Zinswende. Der Schweizer Franke zeige aber aufgrund von Interventionen der Schweizerischen Nationalbank enorme Stabilität gegenüber dem Euro.