SUCHE

17.06.2016

Die Angst vor einem immer wahrscheinlicher werdenden Brexit hält die Märkte in Atem und sorgt für negative Bund-Renditen.

Die Folgen eines Brexit wären vermutlich schwerwiegend. Es droht ein Domino-Effekt: Höhere EU-Beiträge, Krise an den Finanzmärkten, abnehmende Wirtschaftsleistung usw. (Foto: picture alliance/chromorange)

Wie erwartet fand keine US-Leitzinserhöhung im Juni statt. Zudem gab sich Fed-Chefin Yellen deutlich pessimistischer bezüglich der Wirtschaftserwartung als zuvor und verwies neben dem enttäuschenden Arbeitsmarkt auf Risiken des Brexits. Besonders Yellens Äußerung zum natürlichen Zinsniveau alarmierte Cyrus de la Rubia, Chef-Volkswirt der HSH Nordbank, der nun von einem deutlich langsameren Tempo der US-Zinswende ausgeht. Zwar hält der Durchschnitt der FOMC-Mitglieder noch zwei Zinsschritte für angemessen, dies dürfte aufgrund des „konsequenten Zauderns“ der Fed und der anhaltend turbulenten Zeiten kaum realisierbar sein. Zudem sendet die US-Wirtschaft weiterhin ein sehr gemischtes Bild, welches sich durch einen EU-Austritt Großbritanniens sicherlich nicht aufhellt.

Ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ist in den vergangenen Wochen zunehmend wahrscheinlicher geworden. So liegen mittlerweile die Brexit-Befürworter mit drei Prozentpunkten vor dem EU-freundlichen Lager. All diese Unsicherheitsfaktoren führten zu einer starken Verlagerung auf den internationalen Finanzmärkten, weg von den Peripheriestaaten und hin zu sicheren Anlagemöglichen, meinte de la Rubia. Davon profitierte insbesondere die 10-jährige Bundesanleihe. So erreichte ihre Rendite vergangene Woche erstmals ein historisches Niveau unter der Nulllinie. Maßgeblich beigetragen zu dieser Entwicklung hat auch das aufgestockte Ankaufprogramm der EZB.