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03.06.2016

Die EZB will erst einmal die bisherigen Maßnahmen implementieren und deren Wirksamkeit abwarten, bevor sie möglicherweise neue geldpolitische Lockerungen beschließt.

It’s Tea Time: Ist die bevorstehende Brexit-Abstimmung ein Risiko für die Konjunktur? Solange die Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen nicht klar ist, wartet die EZB alles weitere ab. (Foto: picture alliance / Denkou Images)

Vor der EZB-Zinsentscheidung und der wichtigen Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Mai haben sich die Renditen von Treasuries und Bundesanleihen kaum von der Stelle gerührt. Die Fed dürfte in Abhängigkeit von den Arbeitsmarktdaten ihre Entscheidung fällen, im Juni oder Juli die Leitzinsen erneut anzuheben oder noch weitere Konjunkturindikatoren abzuwarten. Zeigt sich der Arbeitsmarkt robust, liefert das der US-Notenbank Unterstützung bei einer baldigen Anhebung der Leitzinsen, meint Sintje Boie, Analystin der HSH Nordbank. Im Ölpreisanstieg, den daher anziehenden Inflationsraten und den Konjunkturdatenveröffentlichungen findet die Notenbank weitere Argumente für die Zinserhöhung.

Die EZB hat wie erwartet auf ihrer Zinssitzung am 2. Juni keine neuen Maßnahmen beschlossen und lediglich die Zeitpunkte für erstmalige Käufe von Unternehmensanleihen und das erste Geschäft im Rahmen der zweiten Runde gezielter Langfristtender bekannt gegeben. Nach dem guten Wachstum im ersten Quartal erwarten die Notenbanker eine Fortsetzung der Konjunkturerholung, allerdings dürfte die Expansionsrate im zweiten Quartal aller Wahrscheinlichkeit nach niedriger ausfallen, so die HSH Analystin.