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13.05.2016

Während im ersten Quartal die Konjunkturdaten Europas einen Aufwärtstrend zeigten, steht die längerfristige Bund-Rendite unter Abwärtsdruck. Die zusätzlichen Anleihekäufe der EZB zeigen Wirkung.

Die Konjunkturentwicklung in der Eurozone fällt überraschend gut aus seit Beginn des Jahres. (Foto: picture alliance / blickwinkel)

Die Renditen der Staatsanleihen haben zuletzt auf beiden Seiten des Atlantiks nachgegeben. Für die Bund-Renditen scheint es trotz der höheren Konjunkturdynamik – in Q1 ist das BIP laut einer ersten Schnellschätzung mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal überraschend stark gewachsen – kaum Aufwärtspotenzial zu geben. Das ist nach Ansicht von Sintje Boie, Analystin der HSH Nordbank, darauf zurückzuführen, dass die EZB seit März das Volumen ihrer Anleihekäufe um 20 Millarden Euro auf rund 80 Millarden Euro erhöht hat. Da darunter erst ab Juni auch Käufe von Unternehmensanleihen fallen, bezieht sich der größte Teil der Steigerung auf Euro-Staatsanleihen. Zudem hat die EZB nach aktuellen Zahlen nicht 80, sondern 85 Millarden Euro mehr gekauft, wovon die längerfristigen Bundesanleihen profitiert haben sollten. In den USA macht sich die Unsicherheit über den weiteren Leitzinsanhebungspfad der Fed bemerkbar. Der Arbeitsmarktbericht für April hat einen Stellenaufbau von 160 Tausend ausgewiesen – das lag deutlich unter den Markterwartungen. Daher dürfte die Fed nun die nächsten Datenveröffentlichungen sehr genau beobachten – insbesondere den Arbeitsmarktbericht für Mai – und der von den Analysten der HSH Nordbank erwartete Termin für die nächste Leitzinserhöhung im Juni ist etwas weniger wahrscheinlich geworden, zumal die Fed diesen nicht auf ihrer Zinssitzung im April vorbereitet hat. Allerdings ist die Tür für eine Zinserhöhung im Juni laut Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, noch nicht geschlossen.

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