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Rententrends 03/2016
22.03.2016

Trotz globaler Wachstumsverlangsamung steht wohl keine Krise bevor. Es ist eher von einer Beruhigung an den Finanzmärkten zu sprechen. Die Turbulenzen zum Jahresbeginn wirkten jedoch bei den Notenbanken nach.

Nach den Turbulenzen zu Jahresbeginn, nimmt die US-Notenbank das Tempo raus. (Foto: picture alliance / JOKER)

Die Europäische Zentralbank holte zu einem neuen großen Schlag aus und die US-Notenbank hat von ihrer ursprünglichen Absicht, im März den Leitzins ein zweites Mal anzuheben, Abstand genommen. Entsprechend sind auch die langfristigen Staatsanleiherenditen gesunken und lagen zeitweise wieder in der Nähe alter Rekordtiefstände. Der Euro dagegen wertete kräftig auf, was nach Ansicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, zwar nachvollziehbar, aber nicht nachhaltig sein dürfte.

Für die Eurozone und die USA haben die Analysten der HSH Nordbank ihre Wachstumsprognosen leicht nach unten revidiert. Die Erholung geht zwar weiter, aber die Dynamik ist schwächer ausgeprägt, als das bislang eingeschätzt wurde. China dürfte mit einer Wachstumsrate von 6,5 Prozent sein Wachstumsziel gerade eben noch erreichen. In den meisten anderen Schwellenländern, die in dieser Ausgabe ausführlich analysiert werden, ist mit einer nur moderaten Expansionsrate zu rechnen. In Brasilien kommt es wahrscheinlich gar zu einer Vertiefung der Rezession, was mit einem ausufernden Korruptionsskandal zusammenhängt. Saudi-Arabien schrammt vermutlich nur knapp an einer BIP-Schrumpfung vorbei, wohingegen die Türkei trotz der politisch angespannten Lage als sicherer Hafen in der Region profitiert und seine gesamtwirtschaftliche Produktion erneut erhöhen dürfte.

Derweil haben sich die Ölpreise stabilisiert und sind möglicherweise dabei, die Talsohle zu verlassen. Mit einer raschen oder gar nachhaltigen Aufwärtsbewegung rechnet Sintje Boie, Analystin der HSH Nordbank, jedoch nicht, da die Preise nach oben ggf. durch rasche Aktivitätsausweitung der US-Fracking-Industrie wieder unter Druck geraten würden.

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