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11.03.2016

Die EZB überrascht mit dem Umfang ihrer geldpolitischen Lockerung.

Es stellt sich die Frage, ob die drastische Leitzinssenkung auf Null eine Verzweiflungstat von EZB-Chef Mario Draghi war. (Foto: picture alliance / dpa)

Im Vorfeld der EZB-Sitzung war von den Marktteilnehmern intensiv darüber diskutiert worden, wie umfangreich das Maßnahmenpaket der Notenbank tatsächlich noch ausfallen kann. Dass sie auf die sinkenden Inflationsperspektiven und zunehmenden Konjunkturrisiken in der Eurozone erneut mit einer Lockerung der Geldpolitik reagieren würde, war nahezu ausgemachte Sache. Die Dimension des Maßnahmenpaketes nahm jedoch laut Sintje Boie, Analystin der HSH Nordbank, ungeahnte Ausmaße an: Die Währungshüter haben den Einlagenzinssatz um 10 bp auf -0,40 Prozent gesenkt, zudem sind der Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) und der Spitzenrefinanzierungssatz jeweils um 5 bp auf 0 Prozent und 0,25 Prozent reduziert worden. Das monatliche Anleiheankaufvolumen wurde um 20 Milliarden Euro auf 80 Milliarden Euro ab April erhöht. Dieses Volumen umfasst ab dem Ende des zweiten Quartals den Kauf von Unternehmensanleihen. Des Weiteren hat die Notenbank weitere gezielte Langfristtender (TLTRO II) beschlossen, die ansonsten im Sommer ausgelaufen wären. Die kurzfristige Reaktion der 10jährigen Bund-Renditen auf die EZB-Zinssitzung war überschaubar, während die zweijährigen gestiegen sind. Hier hatten die Anleger auf eine stärkere Senkung des Einlagenzinssatzes auf -0,50 Prozent gesetzt.

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