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05.02.2016

Die schwachen Konjunkturdaten aus den USA, die überraschende Zinssenkung der Japanischen Notenbank und Spekulationen über das Aus für eine US-Zinserhöhung in diesem Jahr verusachten den jüngsten Renditeverfall.

Schlechte Stimmung in Tokio nach der Pressekonferenz der Bank of Japan. Gouverneur Haruhiko Kuroda hatte die Senkung des Einlagezinses für Geschäftsbanken auf -0,1 Prozent bekannt gegeben. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Finanzmärkte kommen nicht zur Ruhe und schicken die Staatsanleiherenditen in den Keller. Schon wird über negative Leitzinsen in den USA spekuliert, nachdem der ISM-Index für den Dienstleistungssektor im Januar auf 53,5 Punkte zurückgegangen ist (Dez.: 55,3 Punkte) und das BIP im vierten Quartal nur um 0,7 Prozent qoq (annualisiert) stieg. Die Äußerungen des Präsidenten der New York Fed, William Dudley, die Finanzierungsbedingungen hätten sich zuletzt verschärft, heizten die Mutmaßungen über eine Kehrtwende in der Geldpolitik weiter an. Ein anderer Treiber des Renditerückgangs war die unerwartete Maßnahme der Bank of Japan (BoJ), den Einlagenzins in den negativen Bereich zu schleusen.

Insgesamt spiegelt der Renditerückgang ein großes Ausmaß an Pessimismus über die weltwirtschaftlichen Aussichten und die voraussichtliche Reaktion der Notenbanken darauf wider. Zum jetzigen Zeitpunkt hält Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, diesen Pessimismus noch für übertrieben. Die Argumente für eine optimistischere Sicht liegen auf der Hand: Niedrige Ölpreise sind ein Konjunkturprogramm für die meisten entwickelten Volkswirtschaften, die Finanzierungsbedingungen bleiben günstig und die Eurozone befindet sich noch ganz am Anfang des aufwärts gerichteten Konjunkturzyklus.