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12.02.2016

Der Renditerückgang hat sich fortgesetzt, da die Aktienmärkte im Ausverkaufsmodus sind. Offensichtlich glauben mehr und mehr Investoren an einen Wirtschaftseinbruch.

Über den Finanzmärkten zieht sich die Wolkendecke zusammen, die Luft wird knapp. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Finanzmärkte preisen zunehmend eine globale Rezession an. In den USA hat sich die Zinsstruktur mit dem erneuten Rückgang der langfristigen Zinsen weiter verflacht. Die zehnjährigen Bund-Renditen sind im Sturzflug nahe ihrem Rekordtief angelangt, so dass auch negative Renditen in diesem Laufzeitsegment möglich erscheinen. Gleichzeitig brechen die Aktienkurse weltweit und insbesondere im Sektor der Finanzinstitute ein. Der Ölpreis ist auf den tiefsten Stand seit 2003 gefallen und liegt bei 26,40 USD/Barrel (WTI), während die Risikoaufschläge für europäische Unternehmensanleihen erneut gestiegen sind. Die zunehmende Risikoaversion schlägt sich auch bei den Anleihen der Peripherieländer wider.

US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hat bei ihrer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Abgeordnetenhauses dennoch deutlich gemacht, dass sie keine voreiligen Schlüsse aus diesen Entwicklungen ziehen möchte. Richtigerweise stellte sie fest, dass die Weltwirtschaft weiterhin wächst und das gleiche auch für die USA gilt, wo die Arbeitslosenrate zuletzt auf 4,9 Prozent gefallen ist. Insgesamt zeichnete Yellen ein vorsichtigeres Bild als bisher, womit die Wahrscheinlichkeit gestiegen ist, dass im März keine Leitzinserhöhung durchgeführt wird. Die Futuremärkte antizipieren mittlerweile gar keine Straffung mehr in diesem Jahr.

Sollten sich institutionelle Anleger angesichts der massiven Kursrückgänge der letzten Wochen jetzt zu einem Wiedereinstieg in den Aktienmarkt entschließen, dann dürfte auch die Stimmung an den Rentenmärkten drehen und die Renditen würden wieder steigen. Eine größere Wahrscheinlichkeit misst Cyrus de la Rubia, Chefvolkwirt der HSH Nordbank, jedoch einer Seitwärtsbewegung zu.