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19.02.2016

Der Ölpreisanstieg sorgt für höhere Staatsanleiherenditen. Notenbanken signalisieren auf Expansionskurs zu bleiben.

Der zwischenzeitliche Ölpreisanstieg reguliert die Finanzmärkte und lässt durchatmen. (Foto: picture alliance / Photoshot)

An den Rentenmärkten geht es renditeseitig wieder leicht aufwärts. Die zehnjährigen Bund-Renditen sind in der Berichtswoche wieder über die Marke von 20 Basispunkten gestiegen und auch bei den T-Notes macht sich etwas Entspannung bemerkbar. Treiber dieser Entwicklung ist der kräftige Anstieg des Ölpreises, da die großen Ölmächte Russland, Saudi Arabien, Katar und Venezuela ihre Produktionsmenge auf dem Stand vom Januar 2016 einfrieren wollen. Kurzfristig hat das Abkommen den Märkten in jedem Fall geholfen, wie am jüngsten Anstieg des Dax abzulesen ist. Die größere Risikobereitschaft, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirts der HSH Nordbank, dürfte auch mit den Signalen von Seiten der großen Zentralbanken zu tun haben.

In der Eurozone stellte Präsident Mario Draghi vor dem europäischen Parlament erneut zusätzliche Lockerungsmaßnahmen in Aussicht. Die Tonlage der US-Notenbank ist dem teilweise ähnlich, wie aus dem letzten Protokoll zu entnehmen ist. Dort wird die Unsicherheit über Chinas Wachstumsverlangsamung und die Entwicklung des Yuan betont. Sollten die Turbulenzen an den Finanzmärkten anhalten, entspräche das einer weiteren Straffung der Geldpolitik. Ganz festgelegt hat sich die Fed noch nicht. Nach Ansicht von de la Rubia ist aus dem Protokoll herauszulesen, dass im März aller Wahrscheinlichkeit kein Zinsschritt erfolgen wird. Für den Rentenmarkt dürfte weiterhin die Ölpreisentwicklung die bestimmende Größe bleiben. Dabei sieht de la Rubia das Risiko, dass die Effekte der bisherigen Einigung der Ölförderländer verpuffen und der Ölpreis erneut sinkt. Aktienkurse und Renditen würden dem vermutlich folgen.