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08.01.2016

Die fortwährenden Turbulenzen an den Aktienmärkten drücken die Staatsanleiherenditen nach unten. Dabei gerieten die guten Fundamentaldaten aus den USA und der Eurozone etwas aus dem Blick.

Der Wert des deutschen Aktienindex Dax wurde am 07.01. in Frankfurt am Main (Hessen) im Handelssaal der Börse mit deutlich unter 10.000 Punkten angezeigt. Die andauernden Turbulenzen an Chinas Börsen rissen auch den deutschen Aktienmarkt weiter in die Tiefe. (Foto: picture alliance / dpa)

So turbulent ist das Jahr selten gestartet. Kalter Krieg zwischen Iran und Saudi Arabien, massiver Kurseinbruch an den Aktienmärkten Chinas, Ölpreisrückgang innerhalb von nur vier Tagen. In diesem Umfeld konnten die Renditen der Staatsanleihen nur sinken, schreibt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, in der Publikation Wochenbarometer. Zehnjährige Bunds rentierten deutlich niedriger als noch vor einer Woche, was auch bei den korrespondierenden US-Titeln zu beobachten war.

Der Kurseinbruch an den chinesischen Aktienmärkten lässt sich nur vordergründig mit den schwachen Zahlen der chinesischen Industrie begründen. Vielmehr machte sich bei den Anlegern die Angst vor der unmittelbar bevorstehenden Aufhebung des Verbots von Aktienverkäufen durch Großinvestoren bemerkbar. Ein anderer Auslöser des Crashs war, so ist im Wochenbarometer nachzulesen, die Abwertung des chinesischen Yuan, die eine verstärkte Kapitalflucht auslösen könnte.

Der Ölpreisrückgang ist angesichts der Spannungen zwischen Saudi Arabien und dem Iran nur auf den ersten Blick überraschend: Der Konflikt mache eine Einigung der OPEC auf eine Begrenzung der Förderquoten noch unwahrscheinlicher. Außerdem kann Saudi Arabien dem niedrigen Ölpreis möglicherweise auch eine gute Seite abgewinnen: Iran wird seine Einnahmen weniger stark steigern können, so dass Saudi Arabien weiterhin die stärkste Kraft in der Region bleibt.

Trotz der geopolitisch brisanten Lage werden die Anleger nach Aussage der HSH Nordbank in gewohnter Tradition auf die US-Arbeitsmarktdaten schauen. Die bisher verfügbaren Daten sprechen für einen ordentlichen Beschäftigungszuwachs von über 200.000 Personen. Auch in der Eurozone scheint der Aufschwung weiterhin intakt zu sein, wie die PMI-Geschäftsklimaindizes zeigen. So gesehen dürften die Renditen wieder steigen, sobald an den Aktienmärkten Beruhigung eingetreten ist.