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15.01.2016

Der Ölpreisverfall hat weitreichende Folgen und sorgt unter anderem für fallende Staatsanleiherenditen.

Der Tiefgang des Ölpreises zieht noch weitere Kurse mit in die Tiefe. (Foto: picture-alliance / photoshot)

Die schlechte Stimmung an den Öl- und Aktienmärkten ist der Hauptgrund für die sinkenden US-Renditen. Der nur leichte Rückgang bei den Bund-Renditen ist jedoch etwas überraschend, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. Denn der erneute Rückgang des Ölpreises führt bereits zu einer breiten Diskussion über den Handlungsbedarf der Europäischen Zentralbank (EZB), die in der kommenden Woche tagt. Äußerungen von Peter Praet, Chefvolkswirt der EZB, weisen auch in diese Richtung: „Wenn man genug Geld druckt, dann bekommt man immer Inflation. Immer.“ Das erinnert de la Rubia stark an den früheren Fed-Präsident Bernanke, der in einer berühmten Rede aus dem Jahr 2002 genau diese Worte verwendete. Bernanke hat diese Sicht in den Krisenjahren in Form von QE1 bis QE3 konsequent umgesetzt. Jetzt wird aber verstärkt über die Risiken dieser Politik debattiert. Die Mehrheit des EZB- dürfte die Debatte ignorieren und von daher wird der fallende Ölpreis wahrscheinlich dazu führen, dass Notenbankpräsident Mario Draghi in der kommenden Woche eine weitere Lockerung der Geldpolitik rhetorisch vorbereitet. Eventuell kommt es bereits zu einer Senkung des Einlagenzinssatzes von -0,3 Prozent auf -0,4 Prozent. Eine verschärfte Rhetorik in Richtung monetärer Lockerung bei der Zinspressekonferenz würde gemäß dem Wochenbarometer den Euro schwächen.

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